Während deutsche Bildverarbeitungsspezialisten sich mit neun Prozent Umsatzwachstum begnügen müssen, legt die Basler AG (ISIN: DE0005102008) ein ganz anderes Tempo vor: 23 Prozent Plus auf 168 Millionen Euro nach neun Monaten. Noch beeindruckender fällt der Auftragseingang aus, der im dritten Quartal um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte. Die Frage ist nicht ob, sondern warum Basler so viel besser performt als der Rest der Branche.
Die Antwort liegt in der globalen Aufstellung. Während die deutschen Konkurrenten laut VDMA mit sinkenden Auftragseingängen kämpften, sackte Basler Großprojekte aus China und den USA ein. Diese geografische Diversifikation zahlt sich gerade in Zeiten aus, in denen Europa schwächelt. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Die Abhängigkeit von einigen wenigen Großaufträgen macht das Geschäft volatiler. Was passiert, wenn diese Projekte auslaufen?
Werbung
Diese Aktie direkt bei Smartbroker+ handeln
Vom Sorgenkind zum Überflieger
Besonders bemerkenswert ist der Turnaround bei der Profitabilität. Aus einem Vorsteuerverlust von 4,9 Millionen Euro wurde ein Gewinn von 13,4 Millionen Euro. Die EBT-Marge kletterte auf 8,0 Prozent. Dieser Schwenk von tiefrot zu satt schwarz resultiert aus konsequentem Kostenmanagement und einer verbesserten Produktmischung. Die Rohertragsmarge stieg trotz Gegenwind durch Währungseffekte auf 47,8 Prozent. Das Management hat offenbar die richtigen Hebel gefunden.
Basler AG erhöht die Messlatte
Aufgrund der starken Entwicklung hob Basler die Jahresprognose deutlich an. Statt 202 bis 215 Millionen Euro sollen es nun 220 bis 225 Millionen Euro werden. Auch die Vorsteuer-Marge wurde von zwei bis sechs Prozent auf 5,5 bis 7,5 Prozent erhöht. Das signalisiert Zuversicht. Der Free Cashflow von 12,4 Millionen Euro gibt zusätzlichen Spielraum für Investitionen oder mögliche Ausschüttungen.
Doch ein Blick auf den Gesamtmarkt mahnt zur Vorsicht. Die Bildverarbeitungsbranche profitiert derzeit von Nachholeffekten und Automatisierungstrends. Wie nachhaltig ist diese Dynamik? Baslers starke Position in China könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen, sollte die dortige Wirtschaft weiter schwächeln. Andererseits hat das Unternehmen bewiesen, dass es flexibel auf Marktveränderungen reagieren kann. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Basler das hohe Tempo halten kann oder ob es sich um einen zyklischen Höhepunkt handelt. Die Zahlen sind jedenfalls beeindruckend.








