Summary
- Carl Zeiss Meditec wächst im Geschäftsjahr 2024/25 weiter
- Starke Auftragseingänge stützen die Perspektive für 2025/26
- Ophthalmologie und Mikrochirurgie entwickeln sich unterschiedlich
- Ausblick sieht moderaten Margenanstieg, aber auch neue Risiken
Carl Zeiss Meditec hat das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem soliden Wachstum abgeschlossen und bestätigt damit seine Position als einer der führenden Medizintechnik-Anbieter für Augenheilkunde und Mikrochirurgie. Das Unternehmen verzeichnet eine stabile Nachfrage nach Geräten, Verbrauchsmaterialien und digitalen Lösungen. Auffällig ist vor allem die Entwicklung beim Auftragseingang, der deutlich stärker zulegte als der Umsatz und damit ein robustes Marktumfeld widerspiegelt. Für Investoren ist dies ein Hinweis darauf, dass Kliniken und Praxen weiterhin investieren – trotz regional unterschiedlicher Rahmenbedingungen.
Dynamik in der Augenheilkunde
Besonders die Strategic Business Unit Ophthalmology zeigt eine lebhafte Entwicklung. Dieses Segment umfasst Geräte für diagnostische und chirurgische Anwendungen sowie Verbrauchsmaterialien wie intraokulare Linsen. Die Nachfrage nach Premiumlinsen steigt weiter, und auch refraktive Behandlungen – also Eingriffe zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten – nehmen leicht zu. Die Integration des Zukaufs DORC trägt ebenfalls zum Wachstum bei. Insgesamt zeigt die Augenheilkunde damit eine Mischung aus organischem Wachstum und Zuwächsen durch Portfolioerweiterungen.
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Mikrochirurgie holt im Jahresverlauf auf
In der Mikrochirurgie fiel der Jahresstart dagegen verhaltener aus. Erst zum Ende des Geschäftsjahres zog das Geschäft spürbar an. Treiber war der Hochlauf des neuen neurochirurgischen Mikroskops KINEVO® 900 S, das vor allem in spezialisierten Kliniken eingesetzt wird. Solche Produkte benötigen meist längere Vorlaufzeiten, da Investitionsentscheidungen im medizinischen Umfeld oft an Budgetzyklen gebunden sind. Die Beschleunigung zum Jahresende signalisiert daher eine Normalisierung der Nachfrage.
Regionale Entwicklungen zeigen ein heterogenes Bild
Regional betrachtet zeigt sich ein breites Spektrum:
- EMEA entwickelte sich stark, getragen von Investitionen in Westeuropa und Teilen Nordeuropas.
- Americas verzeichneten Zuwächse in den USA und Lateinamerika.
- APAC blieb insgesamt stabil, mit positiven Impulsen aus Indien, Südostasien und Südkorea, während Japan rückläufig war.
Diese Struktur verdeutlicht, wie breit das Unternehmen geografisch aufgestellt ist – ein Vorteil in Zeiten geopolitischer oder wirtschaftlicher Schwankungen.
Ergebnisentwicklung und Margenblick
Beim Ergebnis zeigt sich ein moderater Anstieg des EBITA. Zwar blieb die Marge leicht unter dem Vorjahr, doch dieser Vergleich ist verzerrt: Damals profitierte das Unternehmen von einer einmaligen Zahlung im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit. Bereinigt um solche Effekte liegt die Marge im gleichen Bereich wie im Vorjahr. Stabilere Rohmargen und wachstumsstarke Geschäftsfelder stützen die mittelfristige Ergebnisentwicklung.
Ausblick: moderates Wachstum, aber neue Risiken
Für 2025/26 erwartet Carl Zeiss Meditec einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Bereich. Die Margen sollen ebenfalls leicht zulegen – gestützt durch mehr wiederkehrende Umsätze, etwa aus dem Laserportfolio oder aus Verbrauchsmaterialien von DORC. Gleichzeitig nennt das Unternehmen neue Risikofaktoren, darunter geopolitische Spannungen, Handelshürden und regulatorische Veränderungen. Diese könnten zu organisatorischen Anpassungen und einmaligen Aufwendungen führen, die bislang nicht in den Prognosen enthalten sind.
Mit einem hohen Auftragsbestand und einer breiten Produktbasis geht Carl Zeiss Meditec dennoch mit einer soliden Ausgangslage in das neue Geschäftsjahr. Die Mischung aus Wachstumstreibern und möglichen Belastungen spricht dafür, dass 2025/26 ein Jahr der strukturellen Weichenstellungen wird – mit Potenzial für weitere Margenverbesserungen in den Jahren danach.








