Die DEUTZ AG (DE0006305006) hat die Übernahme der SOBEK Group GmbH angekündigt. Der Kölner Motorenhersteller erwirbt 100 Prozent der Anteile an dem Spezialisten für elektrische Antriebe. SOBEK bedient unter anderem das wachsende Drohnengeschäft und Teams der Formel 1. Mit der Akquisition erschließt sich DEUTZ neue Märkte im Defense-Bereich.
SOBEK: Technologieführer in Nischenmärkten
Das Übernahmeziel ist in mehreren spezialisierten Anwendungsfeldern tätig. Dazu gehören Motorsport, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik. Das deutsche Unternehmen mit drei Standorten in Baden-Württemberg und Hessen beliefert mehrere Topteams in der Formel 1 und Formel E. Diese Märkte ermöglichen signifikant zweistellige Margen bei höchsten technischen Ansprüchen.
Das größte Potenzial liegt aber im Drohnengeschäft. Durch geopolitische Entwicklungen und die steigende Bedeutung unbemannter Verteidigungssysteme wächst dieser Markt stark. SOBEK liefert bereits heute elektrische Antriebssysteme an führende europäische Drohnenhersteller und ist damit Teil des neuen europäischen Defense-Tech-Ökosystems.
DEUTZ: Systematischer Ausbau des Defense-Geschäfts
CEO Dr. Sebastian C. Schulte sieht in der Übernahme einen strategischen Schritt. Durch SOBEK bekomme DEUTZ direkten Zugang zum stark wachsenden Verteidigungsmarkt. Dabei gehe es um mehr als den Einsatz klassischer Antriebe. Das Unternehmen wolle sich als relevanter Systempartner in einem noch jungen, aber stark wachsenden Markt positionieren.
Die Akquisition passt zur „Dual+“-Strategie von DEUTZ. Das Unternehmen will sich breiter aufstellen und unabhängiger vom zyklischen Geschäft mit Verbrennungsmotoren werden. Gleichzeitig soll das Defense-Geschäft systematisch ausgebaut werden. Diese Strategie macht angesichts der geopolitischen Lage durchaus Sinn.
Technologie mit überlegener Leistungsdichte
Die Technologie von SOBEK überzeugt durch überlegene Leistungsdichte, hohe Energieeffizienz und präzise Steuerbarkeit. Diese Eigenschaften sind für moderne Drohnenanwendungen entscheidend. Das Unternehmen liefert elektrische Antriebssysteme bestehend aus Motor, Steuerung und Software.
Dr. Olaf Hahn, bisheriger Eigentümer und Geschäftsführer von SOBEK, wird den Übergang über mindestens zwölf Monate aktiv mitgestalten. Mit der Industrialisierungskompetenz von DEUTZ und dem globalen Netzwerk könne die Technologie deutlich schneller und skalierbarer eingesetzt werden.
Synergiepotenziale für weitere Geschäftsbereiche
Für DEUTZ ist die Akquisition ein Schritt vom Komponenten- zum Systemanbieter. Die hochintegrierten elektrischen Antriebe von SOBEK bieten große Synergien mit alternativen Antrieben im Off-Highway-Bereich. Besonders bei der Steuerungstechnik ergeben sich Potenziale.
SOBEK erwartet 2025 mit rund 70 Mitarbeitern einen Umsatz im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die EBIT-Marge soll signifikant zweistellig ausfallen. Diese Profitabilität zeigt die Attraktivität der Nischenmärkte.
Finanzierung durch Kreditlinien abgesichert
Die Finanzierung der Übernahme ist durch Kreditlinien abgesichert. DEUTZ erwägt aber auch eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts. Diese dürfte maximal 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals umfassen. Der Vollzug der Transaktion wird kurzfristig erwartet.
Mit der SOBEK-Übernahme zeigt DEUTZ, wie sich traditionelle Maschinenbauer für die Zukunft aufstellen können. Die Diversifikation in Nischenmärkte mit hohen Margen ist ein kluger Schachzug. Ob die Integration gelingt, wird sich zeigen müssen.
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