Die DEUTZ AG (ISIN: DE0006305006) trotzt dem anhaltend schwierigen Marktumfeld mit zweistelligen Wachstumsraten und verbesserter Profitabilität. Der Kölner Antriebsspezialist steigerte in den ersten neun Monaten 2025 den Umsatz um knapp 15 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, während der Auftragseingang um rund 12 Prozent zulegte. Bemerkenswert entwickelte sich dabei die bereinigte EBIT-Rendite, die von 4,4 auf 5,0 Prozent kletterte. Im dritten Quartal allein erreichte die Marge sogar 5,8 Prozent und lag damit vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die strategische Neuausrichtung vom klassischen Motorenhersteller zum Systemanbieter für Mobilitäts- und Energielösungen Früchte trägt.
Portfoliotransformation kompensiert Motorenschwäche
Das klassische Motorengeschäft leidet weiterhin unter der Marktschwäche, insbesondere bei Bau- und Landmaschinen. Doch DEUTZ gleicht diese Rückgänge durch die breitere Aufstellung mehr als aus. Die Integration der Daimler-Truck-Motoren von Rolls-Royce Power Systems sowie die Übernahme des Stromgeneratorenherstellers Blue Star Power Systems zeigen Wirkung. Hinzu kommen neue Geschäftsfelder durch die Beteiligung am Abgasnachbehandlungsspezialisten HJS Emission Technology und die Übernahme des niederländischen Elektrifizierungsspezialisten UMS. Letzterer ermöglicht einen Technologiesprung in den Bereichen DEUTZ New Technology und DEUTZ Defense.
Diese Zukäufe liefern nicht nur Umsatz, sondern tragen auch zur Profitabilität bei. Das bereinigte Ergebnis stieg in den ersten neun Monaten von 57,3 auf 75,5 Millionen Euro. Neben den profitablen Akquisitionen wirken sich auch die Einsparungen aus dem Kostenprogramm „Future Fit“ positiv aus. Das Unternehmen hat bereits knapp 180 Mitarbeiter über das Freiwilligenprogramm abgebaut und erwartet für 2025 Kosteneinsparungen von über 25 Millionen Euro.
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Servicegeschäft als Wachstumstreiber
Besonders erfreulich entwickelt sich das margenstarke Servicegeschäft, das mit einem Plus von 9,6 Prozent auf 415,8 Millionen Euro erneut stärker als der Gesamtmarkt wuchs. DEUTZ baut diesen Bereich konsequent aus und hat im Berichtszeitraum mehrere strategische Übernahmen getätigt. In den USA stärkt das Unternehmen sein Netzwerk durch die Akquisition von OnSite Diesel und Double Down Heavy Repair. Beide sind auf Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für Schwermaschinen spezialisiert. Mit Double Down weitet DEUTZ seinen Service zudem auf die gesamte Maschine aus und nicht mehr nur auf den Motor. In der Türkei übernahm der Konzern seinen früheren Servicepartner Catalkaya Makina.
DEUTZ konkretisiert Jahresprognose
Auch im Defense-Geschäft geht DEUTZ voran. Mit der Übernahme der SOBEK Group sicherte sich das Unternehmen einen führenden Hersteller elektrischer Antriebe für militärische Drohnen. Die strategische Partnerschaft mit ARX Robotics stärkt zudem die Position im Ökosystem unbemannter Verteidigungssysteme. Diese Diversifizierung macht DEUTZ zunehmend resilienter gegenüber konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Segmenten.
Für das Gesamtjahr konkretisiert DEUTZ seine Prognose und erwartet nun am unteren Ende der Umsatzspanne von 2,1 bis 2,3 Milliarden Euro zu landen. Der Umsatz dürfte damit bei 2,1 Milliarden Euro liegen. Die bereinigte EBIT-Rendite soll sich weiterhin im mittleren Bereich der avisierten 5,0 bis 6,0 Prozent bewegen. Der Free Cashflow vor Übernahmen wird im mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet. Diese Konkretisierung zeigt Managementvertrauen, auch wenn das Marktumfeld herausfordernd bleibt.








