Der Berliner Schmuckhändler elumeo SE (DE000A11Q059) hat es geschafft. Nach einem schwierigen ersten Quartal kehrt das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurück. Das bereinigte EBITDA lag im zweiten Quartal bei 73.000 Euro. Ein bescheidener, aber wichtiger Erfolg nach dem Minus von 551.000 Euro im Vorquartal.
Harte Einschnitte bringen erste Erfolge
Die Wende kommt nicht von ungefähr. Seit April läuft ein rigoroses Sparprogramm. Statt 15 Stunden täglich wird nur noch 10 Stunden live gesendet. Fast 50 Vollzeitstellen wurden abgebaut. Das klingt hart, war aber wohl nötig. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken um beachtliche 24 Prozent auf 4,5 Millionen Euro.
Besonders clever ist der verstärkte Einsatz von KI-generierten Sendungen. Bereits produzierte Inhalte werden automatisch zu neuen Formaten zusammengestellt. Das spart Personalkosten und erschließt dennoch neue Märkte. Die internationalen KI-Sendefenster wuchsen um 9 Prozent auf 262.000 Euro Umsatz.
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elumeo setzt auf Qualität statt Quantität
Der Schmuckhändler konzentriert sich nun stärker auf höherwertige Stücke über 50 Euro. Diese Strategie zahlt sich aus. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte um 13 Prozent auf 92 Euro. Das zeigt: Kunden sind bereit, für Qualität zu zahlen. Gleichzeitig verbessern sich die Margen spürbar.
Trotzdem bleibt der Gesamtumsatz unter Druck. Mit 9,2 Millionen Euro lag er im zweiten Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert von 11,2 Millionen Euro. Das passt aber zur Unternehmensstrategie. Weniger Volumen, dafür profitabler.
Führungswechsel und Ausblick
Ein wichtiger Personalwechsel steht an: CFO Dr. Riad Nourallah verlässt das Unternehmen Ende 2025. Nach fünf Jahren möchte er sich neuen Herausforderungen stellen. Marc Münch übernimmt bereits ab Mitte August als Interim-Finanzchef. Ein reibungsloser Übergang soll gesichert werden.
Das Management bestätigt die Jahresprognose. Der Umsatzrückgang wird zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Die Rohertragsmarge soll sich zwischen 47 und 49 Prozent einpendeln. Beim bereinigten EBITDA rechnet elumeo mit minus 0,5 bis plus 0,1 Millionen Euro.
Die ersten Anzeichen für das dritte Quartal stimmen optimistisch. Die planmäßige Erholung vom Umsatz- und Margenrückgang hat begonnen. Ob die Kostenkur nachhaltig wirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der Weg zurück zu alter Stärke wird dauern, aber die Richtung stimmt.







