Die Formycon AG (DE000A1EWVY8) blickt trotz rückläufiger Halbjahreszahlen optimistisch in die Zukunft. Der Biosimilar-Entwickler bekräftigte nach einer planmäßigen Geschäftsentwicklung seine Jahresprognose und stärkte sich durch eine erfolgreiche Anleiheplatzierung.
Das erste Halbjahr war geprägt von vielen positiven operativen Meilensteinen und wegweisenden regulatorischen Optimierungen. Neue Produkteinführungen und der weitere Ausbau internationaler Kommerzialisierungspartnerschaften unterstützten die strategische Entwicklung. Die erfolgreiche Platzierung der ersten Unternehmensanleihe demonstriert das Vertrauen der Investoren in das Geschäftsmodell.
Strukturelle Übergangsphase belastet Umsatz
Im ersten Halbjahr 2025 gingen die Umsatzerlöse erwartungsgemäß auf 9,0 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 26,9 Millionen Euro). Der Rückgang spiegelt eine projektbedingte Übergangsphase wider: Während im Vorjahr umfangreiche Meilensteinzahlungen aus der FYB202-Verpartnerung verbucht wurden, entfielen diese Einmalerlöse diesmal. Ebenso gingen die Erstattungen verrechenbarer Entwicklungsleistungen für FYB201 und FYB203 planmäßig zurück.
CFO Enno Spillner kommentierte: „Unsere Halbjahreszahlen entsprechen unseren Erwartungen und spiegeln strukturelle Effekte wider, die bereits bei der Erstellung unserer Jahresprognose berücksichtigt wurden.“ Die positive Entwicklungen der letzten Monate stärken die Erwartungen für eine sehr dynamische zweite Jahreshälfte.
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FYB202 startet kommerzielle Vermarktung
Das Stelara-Biosimilar FYB202 nahm Ende des ersten Quartals die kommerzielle Vermarktung durch Partner Fresenius Kabi auf. In Europa wurde das Produkt im März in mehreren Ländern eingeführt. Seit dem dritten Quartal vermarktet Ratiopharm das Biosimilar zudem unter dem Namen Fymskina in Deutschland. Die Umsatzerlöse aus der direkten Beteiligung beliefen sich auf 1,7 Millionen Euro.
In den USA erhielt FYB202 im April den Status der Austauschbarkeit, der die Substitution in Apotheken erleichtert. Im Mai folgte die Vergabe eines permanenten Abrechnungscodes zur Sicherstellung der Erstattungsfähigkeit. Diese regulatorischen Erfolge unterstützen die weitere Marktdurchdringung erheblich.
Formycon optimiert Keytruda-Biosimilar-Entwicklung
Ein strategischer Durchbruch gelang bei FYB206: Auf Basis positiver FDA-Rückmeldungen verzichtet Formycon auf eine Phase-III-Studie für den Keytruda-Biosimilar-Kandidaten. Diese Anpassung beschleunigt die Entwicklung erheblich und reduziert die erwarteten Investitionen um über 75 Millionen Euro. Die Patientenrekrutierung wurde im Juli erfolgreich abgeschlossen, erste Teilnehmer haben bereits alle 17 Therapiezyklen absolviert.
Zur Finanzierung der Wachstumsstrategie emittierte Formycon erstmals eine Unternehmensanleihe. Aufgrund hoher Nachfrage wurde das Volumen von ursprünglich 50 auf 70 Millionen Euro aufgestockt. Die vierjährige, variabel verzinste Anleihe fand bei institutionellen und privaten Investoren großen Anklang und unterstreicht die Attraktivität des Biosimilar-Geschäfts.







