Die grenke AG (ISIN: DE000A161N30) hat ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und damit ein weiteres Kapitel der strategischen Neuausrichtung bestätigt. Der Leasing-Spezialist konnte sein Ergebnis leicht steigern und gleichzeitig operative Effizienzgewinne erzielen. Dennoch zeigt sich auch hier, dass das Umfeld anspruchsvoll bleibt. Eine höhere Schadenquote und wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen die Dynamik. Entscheidend ist daher weniger das absolute Wachstum als vielmehr die Frage, wie nachhaltig sich die Profitabilität entwickelt.
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Grenke: operative Effizienz verbessert sich
Das Konzernergebnis stieg 2025 leicht auf 71,8 Mio. Euro nach 70,2 Mio. Euro im Jahr zuvor. Damit lag der Gewinn im unteren Bereich der zuvor kommunizierten Prognose. Gleichzeitig schlugen Vorstand und Aufsichtsrat eine leichte Anhebung der Dividende auf 0,42 Euro je Aktie vor.
Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung der operativen Erträge. Diese legten um fast 15 Prozent auf rund 661 Mio. Euro zu. Der wichtigste Treiber war das wachsende Leasingportfolio, das höhere Zinserträge und zusätzliche Einnahmen aus Serviceleistungen generierte.
Die Kosten stiegen zwar ebenfalls, allerdings deutlich langsamer. Dadurch verbesserte sich die Cost-Income-Ratio spürbar auf gut 55 Prozent. Das deutet darauf hin, dass die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Digitalisierung zunehmend greifen.
Risiken bleiben im Kreditgeschäft sichtbar
Die Schattenseite dieser Entwicklung ist die weiterhin erhöhte Schadenquote. Sie lag im vergangenen Jahr bei 1,7 Prozent und damit deutlich über dem Niveau früherer Jahre. Hintergrund sind vor allem Insolvenzen und Zahlungsausfälle im Mittelstand, die im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld häufiger auftreten.
Die Risikovorsorge belastete das Ergebnis entsprechend. Insgesamt summierte sich der Aufwand aus Schadensabwicklung und Risikovorsorge auf rund 196 Mio. Euro. Ohne diese Belastung hätte das operative Ergebnis deutlich höher ausfallen können.
Dennoch zeigt sich, dass das Geschäftsmodell grundsätzlich stabil bleibt. Das Leasingportfolio wuchs weiter, und die Forderungen stiegen auf über 7 Mrd. Euro.
Strategischer Fokus auf Leasinggeschäft
Strategisch konzentriert sich das Unternehmen zunehmend auf sein Kerngeschäft im Small-Ticket-Leasing. Die Übernahme von Franchisegesellschaften sowie die geplante Trennung vom Factoring-Geschäft sollen diese Fokussierung weiter verstärken.
Für 2026 erwartet der Konzern ein Konzernergebnis zwischen 74 und 86 Mio. Euro sowie ein Leasingneugeschäftsvolumen von bis zu 3,6 Mrd. Euro. Gleichzeitig bleibt das langfristige Ziel ambitioniert: Bis 2030 soll die Eigenkapitalrendite auf etwa zehn Prozent steigen.
Damit befindet sich grenke weiterhin in einer Phase der operativen Konsolidierung. Das Wachstum im Leasinggeschäft bleibt intakt. Entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, die Risiken im Kreditportfolio dauerhaft zu kontrollieren und gleichzeitig die Profitabilität schrittweise zu erhöhen.








