Die Siltronic AG (ISIN: DE000WAF3001) hat ihre endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 bestätigt. Die Ergebnisse spiegeln eine Phase wider, die viele Unternehmen der Halbleiterindustrie derzeit erleben: strukturell starke Nachfrage trifft auf kurzfristige zyklische Belastungen. Genau diese Mischung zeigt sich auch in den Kennzahlen des Waferherstellers. Umsatz und Ergebnis gingen im vergangenen Jahr zurück, während gleichzeitig massive Investitionen in neue Kapazitäten die Kostenstruktur verändern.
Siltronic: solide operative Basis trotz Ergebnisrückgang
Der Umsatz sank 2025 auf rund 1,35 Mrd. Euro nach 1,41 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Damit fiel der Rückgang moderat aus. Die verkaufte Waferfläche stieg sogar leicht an. Belastend wirkten jedoch mehrere Faktoren gleichzeitig: ein schwächerer US-Dollar, Preisrückgänge außerhalb langfristiger Lieferverträge und weiterhin hohe Lagerbestände bei einigen Kunden.
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Das EBITDA lag bei knapp 317 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge erreichte weiterhin solide 23,5 Prozent. Damit zeigt sich, dass das Geschäftsmodell trotz des schwierigen Marktumfelds weiterhin robust ist.
Deutlich schwächer fiel allerdings das operative Ergebnis aus. Aufgrund höherer Abschreibungen, insbesondere durch neue Produktionsanlagen, rutschte das EBIT auf minus 26 Mio. Euro. Auch das Nettoergebnis drehte in die Verlustzone.
Große Investitionen verändern die Kostenstruktur
Ein wesentlicher Faktor für die Ergebnisentwicklung ist das Investitionsprogramm des Unternehmens. Siltronic investierte 2025 rund 369 Mio. Euro in neue Anlagen und Kapazitäten. Der Fokus lag auf einer neuen Fabrik in Singapur, die langfristig eine wichtige Rolle für die Versorgung des Halbleitermarktes spielen soll.
Diese Investitionen führen kurzfristig zu höheren Abschreibungen und damit zu einem Druck auf das operative Ergebnis. Gleichzeitig sichern sie aber die langfristige Position im globalen Wettbewerb.
Die Bilanz bleibt trotz der hohen Investitionen solide. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei über 42 Prozent. Allerdings ist auch die Nettofinanzverschuldung gestiegen, da ein Teil der Expansion über Fremdkapital finanziert wurde.
Marktumfeld bleibt kurzfristig anspruchsvoll
Der Ausblick für 2026 zeigt, dass die Branche weiterhin in einer Übergangsphase steckt. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahresniveau. Gründe sind unter anderem Währungseffekte, Preisdruck sowie hohe Lagerbestände im Bereich kleinerer Wafer.
Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in Richtung moderner 300-mm-Wafer, die vor allem für Anwendungen rund um künstliche Intelligenz benötigt werden. Genau hier hat Siltronic in den vergangenen Jahren massiv investiert.
Die strukturellen Wachstumstreiber der Halbleiterindustrie bleiben damit unverändert intakt. Kurzfristig überlagern zyklische Effekte und Investitionsphasen das Bild. Langfristig dürfte die Branche jedoch weiterhin von Trends wie Digitalisierung, Elektromobilität und KI profitieren.









