Steckt Heidelberg Pharma (DE000A11QVV0) plötzlich im Kampf ums Überleben. Nach einer verzögerten Meilensteinzahlung von 70 Millionen US-Dollar muss das Biotech-Unternehmen drastisch sparen. Drei Viertel der Belegschaft müssen gehen – ein harter Schlag für den ADC-Spezialisten aus Ladenburg.
Finanzierungsengpass zwingt zu radikalen Schritten
Die erwartete Meilensteinzahlung von HealthCare Royalty verzögert sich, weil die Zahlungsbedingungen noch nicht erfüllt sind. Diese 70 Millionen US-Dollar waren fest eingeplant – jetzt fehlt das Geld für den laufenden Betrieb. Die Liquiditätsreserven von 22,9 Millionen Euro reichen nur bis Mitte 2026.
Der Vorstand reagierte schnell und hart: Etwa 75 Prozent der Belegschaft müssen gehen. Frühe Forschungsaktivitäten werden eingestellt, mehrere Programme vorübergehend ausgesetzt. Ein dramatischer Kahlschlag, der zeigt, wie prekär die Lage wirklich ist.
HDP-101 bleibt im Fokus
Immerhin: Das wichtigste Projekt überlebt die Kürzungen. Die klinische Entwicklung von HDP-101 wird wie geplant fortgesetzt. Der Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen multiples Myelom zeigt vielversprechende erste Ergebnisse in der Phase I/IIa-Studie.
In Kohorte 8 wurde bereits eine sehr gute partielle Remission beobachtet. Ein Patient aus einer früheren Kohorte erreichte sogar eine vollständige Remission. Diese Erfolge machen Hoffnung, dass HDP-101 tatsächlich funktionieren könnte.
Heidelberg Pharma startet neue Kohorte
Trotz aller Probleme geht die HDP-101-Studie weiter. Kohorte 9 mit einer erhöhten Dosis von 175 Mikrogramm pro Kilogram ist bereits gestartet. Das Sicherheitsprofil bleibt bisher günstig – keine dosislimitierenden Toxizitäten wurden beobachtet.
Das zweite klinische Programm HDP-102 wird dagegen vorübergehend ausgesetzt. Auch HDP-103 ist nur noch eingeschränkt geplant. Die Konzentration auf den führenden Kandidaten ist nachvollziehbar, aber schränkt die Optionen erheblich ein.
Auslizenzierung als Ausweg?
Heidelberg Pharma prüft Möglichkeiten zur Auslizenzierung der präklinischen Programme. Das könnte dringend benötigte Einnahmen bringen und die Technologie am Leben halten. Die ATAC-Technologie mit dem Pilzgift Amanitin ist durchaus innovativ.
Die Situation zeigt die Risiken der Biotech-Branche deutlich. Ohne kontinuierliche Finanzierung sind selbst vielversprechende Technologien schnell bedroht. Für Heidelberg Pharma wird es nun darauf ankommen, ob HDP-101 schnell genug überzeugende Daten liefern kann.







