Der Rohstoffhändler HMS Bergbau (ISIN: DE0006061104) hat im ersten Halbjahr 2025 eine solide Entwicklung hingelegt. Trotz fallender Rohstoffpreise und globaler Unsicherheiten steigerte das Berliner Unternehmen sein EBITDA um fünf Prozent auf 8,3 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich spürbar, obwohl der Umsatz preisbedingt zurückging.
Ergebnis klettert trotz Preisdruck
Die Zahlen zeigen eine zwiespältige Situation. Der Umsatz sank von 731,4 Millionen auf 643 Millionen Euro. Das lag aber hauptsächlich an niedrigeren Rohstoffpreisen, nicht an schwächeren Mengen. Wichtiger ist: Das operative Ergebnis legte zu. Das EBITDA stieg von 7,9 Millionen auf 8,3 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Marge deutlich. Der Halbjahresüberschuss kletterte auf 5,8 Millionen Euro nach 5,5 Millionen im Vorjahr.
Das erste Halbjahr war geprägt von wirtschaftlichen Herausforderungen. Inflation, geopolitische Spannungen und schwankende Märkte machten das Geschäft nicht einfacher. Dennoch hielt HMS den Kurs und setzte gleichzeitig strategische Weichen für die Zukunft. CEO Dennis Schwindt zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung und bestätigt die Jahresprognose.
HMS Bergbau diversifiziert das Portfolio
Das Unternehmen wandelt sich zusehends. Aus dem einstigen Kohlehändler wird ein breit aufgestellter Rohstoffkonzern. Im dritten Quartal baute HMS den Bereich Ölprodukte und Flüssigbrennstoffe massiv aus. Dazu gehören Schiffstreibstoffe, Diesel, Benzin und Flüssigerdgas. Auch Naphtha und Schmierstoffe zählen zum Portfolio.
Die Strategie geht aber noch weiter. HMS will künftig nicht nur handeln, sondern auch selbst produzieren. Kohle und andere Rohstoffe sollen abgebaut, verarbeitet und vermarktet werden. Das erhöht die Wertschöpfung und macht das Unternehmen unabhängiger von reinen Handelsmargen. Ein klassischer vertikaler Integrationsschritt, der Sinn ergibt.
Positiv zu werten ist auch die Vertragsverlängerung mit CFO Jens Moir. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis März 2028. Das signalisiert Kontinuität in der Führung und Vertrauen in die strategische Ausrichtung.
Finanzierung steht auf solidem Fundament
Die Liquidität stimmt. Ende Juni verfügte HMS über liquide Mittel von 62,9 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es nur 39,6 Millionen. Dazu kommen Handelsfinanzierungslinien von rund 450 Millionen US-Dollar. Das gibt Spielraum für weiteres Wachstum und zusätzliche Aktivitäten.
Im Juni emittierte das Unternehmen erfolgreich eine neue Anleihe mit Laufzeit bis 2030. Diese Mittel sollen im zweiten Halbjahr für den Ausbau des operativen Geschäfts genutzt werden. Die Prognose bleibt ambitioniert: HMS erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und ein EBITDA von etwa 20 Millionen Euro.
Jetzt nochmal Reinhören
Für Anleger bleibt HMS ein interessanter Fall. Das Unternehmen navigiert geschickt durch ein schwieriges Marktumfeld und positioniert sich gleichzeitig für künftiges Wachstum. Die Diversifizierung weg von der reinen Kohle hin zu einem Multi-Rohstoff-Portfolio ist richtig. Ob die ehrgeizige Jahresprognose erreicht wird, hängt stark von der Entwicklung im zweiten Halbjahr ab. Die finanzielle Basis dafür ist jedenfalls gelegt.
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