Der Rohstoffhandel bleibt ein Geschäft, das viel Kapital bindet. Wer große Mengen an Kohle, Erzen oder Brennstoffen bewegt, muss diese Waren oft vorfinanzieren, bevor der Kunde zahlt. Genau hier setzt die HMS Bergbau AG (ISIN: DE0006061104) an. Das Unternehmen hat seine bestehende Anleihe mit einem Zinskupon von 10,0 Prozent erneut vergrößert. Konkret kamen 25 Millionen Euro hinzu. Damit steigt das gesamte Volumen der Anleihe 2025/2030 auf nunmehr 95 Millionen Euro. Die frischen Mittel stammen von institutionellen Investoren, also von professionellen Kapitalgebern. Für ein mittelgroßes Handelshaus ist das durchaus ein bemerkenswertes Signal.
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Was hinter der Aufstockung steckt
Die Platzierung erfolgte nahe dem aktuellen Börsenkurs der Anleihe. Das ist bemerkenswert. Denn bei riskanteren Papieren verlangen Investoren oft einen spürbaren Abschlag. Dass HMS hier nahezu zum Marktpreis platzieren konnte, spricht für Vertrauen in das Geschäftsmodell. Begleitet wurde die Transaktion von der Montega Markets GmbH sowie dem Bankhaus B. Metzler.
Mit dem Geld verfolgt das Unternehmen mehrere Ziele. Zum einen soll das Geschäft mit Flüssigbrennstoffen und Schmierstoffen wachsen. Im Blick stehen dabei vor allem die dynamischen Märkte in China, Indien und der ASEAN-Region. Zum anderen plant HMS, die Produktion ausgewählter Rohstofflieferanten vorzufinanzieren. So will man sich langfristige Liefermengen bei Kohle und Chromerzen sichern. Das Prinzip ist klar: Wer früh Kapital bereitstellt, bindet Partner und sichert sich planbare Handelsvolumen.
HMS Bergbau zwischen Chance und Zinslast
Ein Kupon von 10,0 Prozent ist stattlich. Er zeigt, dass Anleger für ihr Kapital eine hohe Verzinsung erwarten. Für HMS bedeutet das aber auch eine spürbare Belastung auf der Kostenseite. Die zusätzlichen 25 Millionen Euro müssen deshalb Erträge bringen, die über diesen Zinsen liegen. Die Wachstumsstrategie muss also aufgehen.
Ein Blick auf die Prognose macht die Ambitionen deutlich. Für das laufende Jahr peilt HMS einen Sprung beim Konzernumsatz von 1,22 auf rund 2 Milliarden Euro an. Das bereinigte EBITDA soll von 23,1 auf 35 Millionen Euro klettern. CFO Jens Moir betont, dass das Unternehmen gut aufgestellt sei, um dieses Wachstum zu stemmen. Interessant dabei: Die Prognose stammt aus der Zeit vor der Aufstockung. Die nun zusätzlich möglichen Geschäfte sind darin also noch gar nicht enthalten.
Einordnung und offene Fragen
Für Anleger ergibt sich somit ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht ein Unternehmen mit klaren Wachstumsplänen und dem Vertrauen institutioneller Geldgeber. Auf der anderen Seite bleiben die typischen Risiken des Rohstoffhandels. Preise können schwanken, und geopolitische Faktoren spielen eine große Rolle. Zudem kostet die Expansion in neue Märkte Zeit und Kraft.
Wie schnell sich die neuen Mittel auszahlen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Deshalb dürften die nächsten Zahlen genau beobachtet werden. Fest steht aber: HMS hat sich finanziellen Spielraum verschafft und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt.









