Der Automobilzulieferer spürt die Belastungen der Branche deutlich, kann aber operative Fortschritte vorweisen. Der Cashflow verbessert sich trotz rückläufiger Umsätze spürbar.
Durchwachsene Halbjahresbilanz bei schwieriger Marktlage
InTiCa Systems SE (DE0005874846) steht exemplarisch für die Herausforderungen der Automobilzulieferindustrie. Der Konzernumsatz sank im ersten Halbjahr 2025 um 12,6 Prozent auf 34,4 Millionen Euro. Besonders das Segment Industry & Infrastructure litt unter dem starken Einfluss aus Asien und verzeichnete einen dramatischen Rückgang um 70,4 Prozent auf nur noch 2,4 Millionen Euro.
Das EBIT rutschte mit minus 1,3 Millionen Euro in den negativen Bereich nach einem positiven Ergebnis von 0,5 Millionen Euro im Vorjahr. Trotz dieser Belastungen gelang es dem Unternehmen, den operativen Cashflow deutlich auf 2,8 Millionen Euro zu verbessern. Diese Entwicklung zeigt den Erfolg der Kostensenkungsmaßnahmen und des optimierten Working Capital Managements.
Mobility-Segment zeigt erste Erholungstendenzen
Einen Lichtblick bietet das Segment Mobility, das mit Umsätzen von 32,0 Millionen Euro das Vorjahresniveau um 2,6 Prozent übertraf. Dies ist das erste Wachstum seit mehreren Perioden in diesem wichtigen Geschäftsbereich. Die Nachfrage im Bereich Antennen bleibt stabil, und in Mexiko gibt es Neuaufträge sowohl für Antennen als auch für Kunststoffteile.
Neue Anfragen für Statorspulen bei Hybridfahrzeugen und der mögliche Anlauf eines neuen Produkts bei EMV-Filtern könnten dem Rückgang der vergangenen Jahre entgegenwirken. Während Entscheidungen über Neuaufträge oft verzögert getroffen werden, zeigt sich bei Laufzeitverlängerungen für bestehende Produkte eine positivere Dynamik.
InTiCa Systems konkretisiert Jahresprognose
Das Management hält an der bestehenden Prognose fest, konkretisiert aber die Erwartungen. Beim Konzernumsatz wird der mittlere Bereich der Spanne von 66,0 bis 72,0 Millionen Euro angepeilt. Beim EBIT rechnet der Vorstand mit dem unteren Rand der Spanne von minus 0,5 bis plus 1,5 Millionen Euro.
Diese Einschätzung setzt voraus, dass Beratungskosten und nicht zahlungswirksame Währungsverluste im zweiten Halbjahr geringer ausfallen. Der Auftragsbestand lag zum Ende des ersten Halbjahres bei 76,7 Millionen Euro und damit weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Im dritten Quartal zeigt sich jedoch ein leichter Anstieg, der sich im vierten Quartal sogar verstärken könnte.
Die Eigenkapitalquote ging leicht auf 28,4 Prozent zurück, bewegt sich aber noch im soliden Bereich. Mittelfristig muss es dem Unternehmen gelingen, eine höhere Wertschöpfung zu erzielen und Baugruppen statt Einzelkomponenten zu verkaufen.







