Die Münchner kaufen wieder zu. Knorr-Bremse (ISIN: DE000KBX1006) übernimmt die niederländische TRAVIS Road Services International, eine Online-Buchungsplattform für Nutzfahrzeug-Services wie Parken, Reinigen, Laden und Reparieren. Der Kaufpreis liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Closing wird voraussichtlich bis Ende des ersten Quartals 2026 erfolgen. Mit diesem Schritt baut der Brems- und Sicherheitsspezialist sein digitales Aftermarket-Geschäft konsequent aus.
Strategie für digitales Aftermarket-Ecosystem
Bernd Spies, Vorstandsmitglied und verantwortlich für die Nutzfahrzeug-Sparte, spricht von einem wichtigen Baustein für ein holistisches Aftermarket-Ecosystem. Die Vision: Effizienzsteigerung der Reparatur- und Wartungsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. TRAVIS bringt über 2.500 Servicepartner in 26 europäischen Ländern mit und ergänzt damit die bereits bestehenden Elemente im Portfolio von Knorr-Bremse ideal.
Cojali und TRAVIS: Doppelschlag im digitalen Service
Seit November 2022 hält Knorr-Bremse bereits eine Mehrheitsbeteiligung am spanischen Diagnosespezialisten Cojali. Mit TRAVIS kommt nun eine Buchungsplattform hinzu, die den gesamten Service-Prozess digitalisiert. Die Kombination aus Diagnose und Buchung von Services könnte für Flottenbetreiber und Werkstätten erhebliche Vorteile bringen. Weniger Standzeiten, optimierte Prozesse und transparente Abrechnung sind Argumente, die in der Branche ziehen.
Wachsender Markt für digitale Services
Knorr-Bremse investiert gezielt in den wachsenden Markt für digitale Service-Dienstleistungen. Der Aftermarket gilt als margenstarkes Geschäft, das weniger konjunkturanfällig ist als das Neufahrzeuggeschäft. TRAVIS-CEO Jochem de Graaf spricht von einem großen Meilenstein und dem Beginn eines neuen Kapitels. Die Frage ist nun: Wie schnell kann Knorr-Bremse die Plattform in sein bestehendes Geschäft integrieren und Synergien heben? Mit mehr als 32.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von rund 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2024 hat der Konzern die Ressourcen, um das digitale Geschäft voranzutreiben.







