Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB (ISIN: DE0006292030) hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein starkes drittes Quartal 2025 hingelegt. Auftragseingang, Umsatz und bereinigtes Ergebnis liegen über dem Vorjahr. In den ersten neun Monaten stieg der Auftragseingang um 2,7 Prozent auf 2,448 Milliarden Euro, währungsbereinigt wären es sogar 4,8 Prozent gewesen. Der Umsatz kletterte um 2,8 Prozent auf 2,233 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 4,9 Prozent.
Die weltweite Investitionszurückhaltung und der Wertverlust des US-Dollars haben das Unternehmen herausgefordert, doch CEO Dr. Stephan Timmermann zeigt sich zufrieden mit der positiven Entwicklung. Das bereinigte EBIT erreichte 207 Millionen Euro bei einer Marge von 9,3 Prozent, über dem Vorjahreswert von 9,0 Prozent. Allerdings belasten die Transformationskosten für SAP S/4HANA das ausgewiesene Ergebnis erheblich.
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Wassergeschäft als Wachstumsmotor
Die Segmentbetrachtung zeigt interessante Details. Das Segment Pumpen wuchs am stärksten mit einer Rate von 7,2 Prozent auf 1,350 Milliarden Euro beim Auftragseingang. Treiber war das Standardmärkte-Geschäft mit einem Plus von 8,1 Prozent, getragen vor allem vom wachsenden Wassergeschäft. Das ist ein struktureller Trend, der KSB in die Karten spielt. Wasserinfrastruktur wird weltweit ausgebaut und modernisiert, getrieben von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Klimawandel. KSB ist hier gut positioniert. Auch der Bergbau-Bereich legte mit 6,5 Prozent zu. Überraschend positiv entwickelte sich der Energie-Bereich, der nach einem schwachen ersten Halbjahr durch größere Einzelaufträge im dritten Quartal ein Plus von 2,7 Prozent erreichte.
Service-Geschäft schwächelt
Weniger erfreulich entwickelte sich das Segment KSB SupremeServ, das Service und Ersatzteile umfasst. Der Auftragseingang sank um 3,7 Prozent auf 775 Millionen Euro, belastet durch geringere Nachfrage in den Märkten Bergbau und Energie. Das wirkt sich direkt auf die Profitabilität aus, denn Service und Ersatzteile sind traditionell hochmargig. Das Segment-EBIT fiel um 12,2 Millionen Euro auf 138,2 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist beobachtenswert, denn sie könnte darauf hindeuten, dass Kunden in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Wartungen und Ersatzteilinvestitionen hinauszögern. Das könnte aber auch bedeuten, dass diese Nachfrage nur verschoben wird und später nachgeholt wird.
Prognose bleibt im Zielkorridor
KSB zeigt sich zuversichtlich für das Gesamtjahr und rechnet mit einem weiteren Rekordjahr. Der Fokus liegt jetzt darauf, den weltweiten Auftragsbestand in Umsatz umzuwandeln. Die SAP S/4HANA-Kosten von 20,7 Millionen Euro in den ersten neun Monaten sind ein Sonderfaktor, der das ausgewiesene Ergebnis belastet. Bereinigt darum läuft das Geschäft besser als die Zahlen zunächst vermuten lassen. Die regionale Diversifikation mit Wachstum im Mittleren Osten und Afrika um 9,2 Prozent zeigt, dass KSB von verschiedenen Märkten profitiert. Für Anleger bietet KSB eine solide Kombination aus operativer Stärke und strukturellen Wachstumstreibern im Wassergeschäft. Die Bewertung erscheint angemessen, wenn man die Qualität des Geschäftsmodells berücksichtigt.







