Kann ein Restrukturierungsprogramm kombiniert mit einem strategischen Verkauf einen Biotech-Spezialisten aus der Krise führen? Marinomed Biotech AG (ATMARINOMED6) liefert im ersten Quartal 2025 eindrucksvolle Belege dafür. Das österreichische Unternehmen präsentiert eine bemerkenswerte finanzielle Kehrtwende, die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung macht.
Der Umsatz schnellte auf 6,5 Millionen Euro – eine beachtliche Steigerung gegenüber den mageren 0,7 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2024. Noch beeindruckender ist der Wandel beim Betriebsergebnis: Nach einem Verlust von 1,9 Millionen Euro im Vorjahr steht nun ein deutlich positives Ergebnis von 22,2 Millionen Euro in den Büchern. Der Löwenanteil davon – 18,9 Millionen Euro – stammt aus einem Restrukturierungsgewinn, doch die Richtung stimmt zweifellos.
Cyberbetrug überstanden, Liquidität gestärkt
Trotz eines Cyberangriffs, dessen Ermittlungen noch andauern, zeigt sich Marinomed finanziell robust. Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 4,5 Millionen Euro, deutlich mehr als die 1,7 Millionen Euro zum Vergleichszeitpunkt 2024. „Im ersten Quartal 2025 hat der positive Abschluss des Restrukturierungsverfahrens zu einem sehr guten Ergebnis geführt“, erklärt CEO Andreas Grassauer.
Kern der Erholungsstrategie ist der erfolgreiche Verkauf des Carragelose-Geschäfts an Unither Pharmaceuticals. Die erste Zahlung von 5,0 Millionen Euro ist bereits geflossen und stärkt die Liquiditätsposition. Weitere Earn-Out-Zahlungen von bis zu 15 Millionen Euro könnten folgen. Mit diesem finanziellen Polster kann sich Marinomed nun auf die Vermarktung seiner Marinosolv-Plattform konzentrieren.
Augentropfen als Hoffnungsträger
Ein wichtiger Meilenstein ist die kürzlich erfolgte Markteinführung der Carragelose-Augentropfen in Österreich, die das Erreichen der geplanten Earn-outs unterstützen soll. „Die Carragelose-Augentropfen wurden auf der ARVO 2025, der Jahrestagung der Association for Research in Vision and Ophthalmology in Salt Lake City, Utah, USA, vorgestellt“, berichtet Grassauer nicht ohne Stolz.
CFO Gabriele Ram sieht das Unternehmen trotz der turbulenten Vergangenheit wieder auf Kurs: „Das positive Ergebnis, die verbesserte Liquiditätslage und die restrukturierte Bilanz spiegeln den Wandel von Marinomed nach der Restrukturierung wider. Trotz der Hindernisse durch den Cyberbetrugsfall liegt das Unternehmen im Rahmen seiner Liquiditätsplanung.“
Mit seinem geschärften Fokus, der verbesserten Bilanz und den vielversprechenden Produktentwicklungen könnte Marinomed ein Paradebeispiel dafür werden, wie ein Biotech-Unternehmen durch entschlossene Restrukturierung und strategische Neuausrichtung wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden kann.







