Marktbericht für 5. Dezemeber 2025: Die internationalen Märkte gehen mit einer freundlich-stabilen Tendenz in den Freitag. Rückenwind kommt von der Aussicht auf eine baldige geldpolitische Lockerung in den USA, die von Marktteilnehmern inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 86 % erwartet wird. Der DAX konnte bereits am Vortag +0,8 % zulegen und schloss bei 23.882 Punkten, wobei Futures am Morgen auf eine erneut leicht positive Eröffnung hindeuten. Gleichzeitig bleibt der konjunkturelle Unterbau gemischt – das prägt auch die Stimmung bei deutschen Nebenwerten.
Makro-Stimmung: Zwischen Zinshoffnung und Datenunsicherheit
Während Europas Leitindizes von der Aussicht auf die anstehende Fed-Entscheidung profitieren, zeichnet sich in den USA ein widersprüchliches Datenbild ab. So fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich auf 191.000 – den niedrigsten Wert seit über drei Jahren –, während andere Indikatoren eine Abschwächung der Industriekonjunktur nahelegen.
Die Folge: Die Märkte preisen eine Zinssenkung ein, bleiben aber sensibel für negative Überraschungen. Für heute rücken der PCE-Preisindex, die US-Konsumausgaben sowie die Michigan-Stimmung in den Mittelpunkt, auch wenn aufgrund des jüngsten Government Shutdown zunächst September-Werte nachgereicht werden.
Für den heimischen Markt sind die deutschen Auftragseingänge entscheidend. Die Helaba erwartet ein Plus von 0,5 %, nachdem bereits September und Industrieproduktion stärker ausgefallen waren. Eine Bestätigung dieser Richtung könnte den zuletzt angeschlagenen industriellen Small Caps gut tun.
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BASF: Positive Impulse aus China
Der BASF-Chef sieht den chinesischen Markt weiterhin als Wachstumstreiber. Die Nachfrage sei „sehr hoch“, das Unternehmen legte dort im dritten Quartal beim Volumen um 12 % zu .
Wichtig für Investoren: Es stehen *keine größeren Portfolioverkäufe im Raum. BASF bestätigt damit seine langfristige China-Strategie – ein Signal, das über die Chemiebranche hinaus wirkt. Für viele deutsche Nebenwerte, die indirekt vom globalen Chemiezyklus abhängen (z. B. Spezialchemie, Maschinenbau), ist diese Stabilisierung ein relevanter Faktor.
Schott Pharma: Erwartungsdämpfer für 2026
Schott Pharma sorgte für die auffälligste Nachricht aus dem deutschen Nebenwertesegment:
- Umsatzwachstum 2026: nur +2 bis +5 % (Markt: +8,2 %)
- EBITDA-Marge: etwa 27 % (Markt: 28,8 %)
Damit signalisiert das Unternehmen, dass die Wachstumsdynamik im Pharmaverpackungssektor zwar intakt bleibt, aber kurzfristig abflaut. Das dürfte den Kurs vorerst deckeln – die Bewertung bleibt anspruchsvoll.
Politischer Rückenwind: 200 Maßnahmen zur Entbürokratisierung
Bund und Länder präsentierten ein Entlastungspaket mit über 200 Maßnahmen, das Verwaltungsprozesse für Bürger und Unternehmen spürbar vereinfachen soll. Kanzler Merz sprach vom „größten Modernisierungspaket der vergangenen zehn Jahre“.
Für KMU – und damit viele börsennotierte Nebenwerte – könnte dies mittelfristig eine echte operative Entlastung bringen, auch wenn konkrete Umsetzungsteile in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden müssen.
Rohstoffe & Märkte: Stabilere Basis
Gold notiert knapp über 4.200 USD, getrieben von Zinssenkungsfantasie.
Brent-Öl liegt stabil bei etwa 63 USD, während geopolitische Risiken ein Gegengewicht zur konjunkturellen Unsicherheit bilden.
Bitcoin bewegt sich um 92.000 USD und bleibt volatil.
Für deutsche Nebenwerte ergibt sich daraus ein neutral-freundliches Startumfeld: keine akuten Risikofaktoren, aber auch kein klarer Treiber außer der Hoffnung auf eine weiche Landung der Weltwirtschaft.








