Freundlicher Wochenausklang nach US-Zinssenkung
Marktbericht für den 12. Dezember 2025: Der deutsche Aktienmarkt geht mit Rückenwind in den Freitag. Der DAX konnte nach der Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte deutlich zulegen und schloss am Donnerstag 0,7 % höher bei 24.295 Punkten. Auch vorbörslich deuten die Indikationen auf eine freundliche Eröffnung hin. Die US-Notenbank hat zwar geliefert, was der Markt erwartet hatte, gleichzeitig aber signalisiert, dass der Spielraum für weitere Lockerungen begrenzt ist. Genau diese Kombination sorgt aktuell für ein konstruktives, aber nicht euphorisches Umfeld.
Begleitet wird der Aktienanstieg von einer Stabilisierung am Rentenmarkt. Der Bund-Future notiert im Bereich von 127,40 Punkten, nachdem zuvor ein neues Kontrakttief markiert worden war. Der Abwärtsimpuls ist technisch zwar noch intakt, kurzfristig ist aber eine Gegenbewegung möglich. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt bei rund 2,86 %. Für zinssensitive Nebenwerte bleibt das Umfeld damit anspruchsvoll, ohne akut belastend zu wirken.
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EZB rückt stärker in den Fokus als die Fed
Während die Fed zur Wochenmitte geliefert hat, richtet sich der Blick in Europa zunehmend auf die Europäische Zentralbank. Anders als in den USA steht in der kommenden Woche keine Zinssenkung an. Bemerkenswert ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Inflation in der Eurozone mit gut zwei Prozent deutlich niedriger liegt als in den USA. Innerhalb der EZB mehren sich jedoch Stimmen, die das aktuelle Zinsniveau nicht nur als „gut positioniert“, sondern perspektivisch sogar als wieder anhebungsfähig betrachten. Diese Debatte dürfte für europäische Märkte im neuen Jahr an Bedeutung gewinnen – und erklärt, warum der Zinsvorsprung der USA zuletzt spürbar geschrumpft ist.
Der Euro profitiert davon und konnte sich über die Marke von 1,17 $ schieben. Aus technischer Sicht ist damit Raum bis in den Bereich der Jahreshochs entstanden.
Delivery Hero bleibt unter strukturellem Druck
Im Nebenwerte-Segment bleibt Delivery Hero eines der meistdiskutierten Themen. Der Konzern steht weiterhin unter erheblichem Druck von Investoren, die eine klarere Strategie zur Wertfreisetzung fordern. Best-Owner-Analysen, mögliche Verkäufe einzelner Beteiligungen oder strukturelle Anpassungen bleiben auf der Agenda. Auch wenn kurzfristig keine Entscheidungen anstehen, signalisiert der intensive Prüfprozess, dass sich das Management dem Handlungsdruck nicht entziehen kann. Für die Aktie bedeutet das anhaltende Volatilität, aber auch die Fantasie auf strukturelle Maßnahmen.
Mercedes setzt auf Nachhaltigkeit und Effizienz
Mercedes-Benz sorgt ebenfalls für Aufmerksamkeit, allerdings aus strategischer Perspektive. Mit dem neuen Technologieprogramm „Tomorrow XX“ will der Konzern den CO₂-Fußabdruck seiner Fahrzeuge weiter senken und den Einsatz wiederverwerteter Materialien entlang der gesamten Lieferkette erhöhen. Das Programm betrifft Entwicklung, Produktion und Recycling gleichermaßen. Für zahlreiche Zulieferer – viele davon im Nebenwerte-Bereich – ergeben sich daraus neue Anforderungen, aber auch Chancen im Bereich nachhaltiger Materialien und Prozesse.
Makro- und Politikfaktoren: Inflation und EU-Entscheidungen
Makroseitig stehen heute die endgültigen Inflationsdaten für Deutschland im Fokus. Die Teuerungsrate dürfte im November bei 2,3 % gelegen haben und damit weiterhin leicht über dem EZB-Ziel. Politisch rückt Europa in den Mittelpunkt: Die EU-Staaten wollen sich darauf verständigen, eingefrorene russische Zentralbankvermögen dauerhaft festzusetzen. Dies schafft die rechtliche Grundlage, um die Ukraine auch 2026 und 2027 finanziell zu unterstützen. Für Rüstungs- und Infrastrukturwerte bleibt das ein struktureller Rückenwind.
Rohstoffe & Märkte
- Brent-Öl: 61,75 $
- WTI-Öl: 58,10 $
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- Kupfer: 11.886 $
- Bitcoin: 92.450 $








