Die MS Industrie AG (DE0005855183) hat ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2025 vorgelegt. Der Münchener Technologiekonzern verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang auf 75,2 Millionen Euro. Das EBITDA sank von 5,2 auf 4,2 Millionen Euro.
Bereinigte Zahlen erschweren Vergleich
Die Bewertung der Halbjahreszahlen ist komplex, da MS Industrie im vergangenen Jahr große Teile des Ultraschall-Geschäfts verkauft hatte. Die aktuellen Zahlen zeigen nur noch die fortgeführten Aktivitäten. Damit wirkt der Umsatzrückgang von 78,4 auf 75,2 Millionen Euro weniger dramatisch.
Dennoch zeigen die Zahlen, dass das operative Geschäft unter Druck steht. Das EBITDA ging um eine Million Euro zurück. Belastend wirkten sich Anlaufkosten für das neue Werk in Charlotte, North Carolina aus. Diese betrugen 0,7 Millionen Euro.
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MS Industrie profitiert von US-Politik
Vorstand Dr. Andreas Aufschnaiter sieht trotz der schwächeren Zahlen Grund für Optimismus. Besonders die veränderte US-Politik könnte dem Unternehmen helfen. Falls die Regeln zur CO₂-Begrenzung bei Autos tatsächlich aufgehoben werden, würde das MS XTEC zugutekommen.
Das Unternehmen ist spezialisiert auf Systeme und Komponenten für schwere Verbrennungsmotoren. Ein Kurswechsel in der amerikanischen Klimapolitik könnte die Nachfrage nach diesen Produkten wieder ankurbeln. Das neue Werk in den USA wäre dann perfekt positioniert.
Prognose bleibt trotz Gegenwind bestehen
Das Management hält an der Prognose von 150 Millionen Euro Konzernumsatz für 2025 fest. Das wäre ein deutliches Plus gegenüber dem ersten Halbjahr. Dafür müsste das zweite Halbjahr allerdings deutlich besser laufen.
Positiv ist der Verkauf der ehemaligen Betriebsimmobilie in Zittau. Der Erlös entspricht etwa dem Buchwert und bringt Liquidität im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Diese wird zur Schuldentilgung verwendet, was die Bilanz stärkt.
Die geopolitischen Risiken bleiben jedoch bestehen. Lieferketten sind weiter fragil und Rohstoffpreise volatil. MS Industrie muss beweisen, dass die Strategie auch in schwierigem Umfeld funktioniert. Die kommenden Quartale werden entscheidend.





