Die naoo AG (ISIN: CH1323306329) hat mit ModelKnife eine selbst entwickelte Machine-Learning-Plattform vorgestellt, die als Open-Source-Technologie verfügbar gemacht werden soll. Das System automatisiert zentrale Prozesse in der KI-Entwicklung und soll die Effizienz der Engineering-Ressourcen deutlich steigern.
Für das Schweizer Unternehmen, das mit seiner Social-Media-Plattform auf personalisierte Inhalte und KI-gestützte Nutzerinteraktion setzt, ist ModelKnife ein strategischer Baustein zur Skalierung der technologischen Infrastruktur. Die Ankündigung folgt auf den Ausbau des KI-Entwicklungszentrums, das kürzlich um vier Senior Engineers mit IBM-Hintergrund erweitert wurde. Insgesamt beschäftigt naoo nun elf Entwickler im KI-Bereich – ein beachtliches Team für ein Unternehmen dieser Größe.
Automatisierung als Effizienzmotor
ModelKnife übernimmt Aufgaben, die bisher manuell orchestriert werden mussten: Datenaufbereitung, Modellkonvertierung, Embedding-Generierung, Strukturierung großer Inhaltsmengen und Modellbereitstellung laufen nun in einem einheitlichen Workflow ab. Das reduziert operative Reibungsverluste und beschleunigt Produktverbesserungen. Nach Angaben von CFO Kevin Dragon ersetzt der Automatisierungsgrad Arbeiten, für die das Unternehmen sonst vier bis fünf zusätzliche Machine-Learning-Spezialisten bräuchten. Das klingt nach einer erheblichen Kosteneinsparung und ermöglicht es naoo, KI-Fähigkeiten auszubauen, ohne die Personalkosten im gleichen Verhältnis zu erhöhen.
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Integration mit bestehender Infrastruktur
ModelKnife ist die zweite strategische Infrastrukturinitiative im KI-Bereich von naoo. Die erste, GAIA, wurde im Mai 2025 eingeführt und schafft eine einheitliche interne Datenumgebung, in der Inhalte strukturiert, organisiert und angereichert werden. Während GAIA das Datenfundament bereitstellt, liefert ModelKnife nun die automatisierte Maschinerie für Entwicklung, Training und Produktivsetzung von KI-Modellen. Beide Systeme zusammen bilden eine moderne Architektur für die nächste Generation KI-gestützter Funktionen auf der naoo-Plattform.
Open-Source-Strategie als Differenzierungsmerkmal
naoo will ModelKnife als Open Source veröffentlichen und reiht sich damit in eine kleine Gruppe von Unternehmen ein, die grundlegende Teile ihrer KI-Infrastruktur der breiteren Community zugänglich machen. Die Plattform ist bereits unter www.modelknife.com erreichbar, eine Warteliste ist geöffnet. Der Schritt könnte die Attraktivität von naoo für Spitzeningenieure erhöhen und das Unternehmen in der Entwickler-Community sichtbarer machen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Wettbewerber von der veröffentlichten Technologie profitieren.
naoo als KI-getriebene Social-Media-Plattform
Das Unternehmen positioniert sich als Creator-getriebene Social-Media-Plattform mit KI-Unterstützung. Im Zentrum steht ein Ökosystem, das Menschen auf Basis ihrer Interessen verbindet und durch Gamification sowie ein Punkte- und Rewards-System Anreize schafft. Geschäftskunden können individualisierte Angebote erstellen, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind. Mit dem Beitritt von Kingfluencers, der größten Influencer-Agentur der Schweiz, zur Gruppe verbindet naoo Plattform-Innovation mit Expertise in den Bereichen Creator, Kampagnen und Brand Storytelling. Die Aktie ist an der Börse Düsseldorf im Freiverkehr notiert.
Was bedeutet ModelKnife für naoo?
Die Ankündigung unterstreicht den technologischen Anspruch des Unternehmens und zeigt, dass naoo erhebliche Ressourcen in den Aufbau eigener KI-Infrastruktur investiert. Ob sich diese Investitionen auch in verbesserten Nutzerzahlen und höheren Umsätzen niederschlagen, bleibt abzuwarten. Die Open-Source-Strategie ist ambitioniert und könnte naoo in der Entwickler-Community Reputation verschaffen – allerdings ist der Markt für Social-Media-Plattformen hart umkämpft, und technologische Exzellenz allein garantiert noch keinen kommerziellen Erfolg.








