Die Nordex Group (DE000A0D6554) hat einen neuen Auftrag an Land gezogen. Der Windturbinenhersteller wird für ABO Energy einen Windpark mit 33,6 Megawatt in Baden-Württemberg errichten. Der Auftrag umfasst sieben Anlagen sowie einen 20-jährigen Servicevertrag. Das Projekt zeigt, wie sich der süddeutsche Markt entwickelt.
ABO Energy setzt auf bewährte Nordex-Technologie
Der Windpark Öhringen-Karlsfurtebene wird mit sieben N133/4.8-Turbinen ausgestattet. Diese werden auf Hybridtürmen mit 164 Metern Nabenhöhe installiert. Der Baustart ist für Herbst 2026 geplant, die Inbetriebnahme soll im Frühjahr 2027 erfolgen. Diese Zeitplanung zeigt die aktuelle Auslastung bei Windprojekten.
Jährlich soll der Windpark etwa 84 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das reicht rechnerisch für fast 25.000 Haushalte. Für die Stadt Öhringen ist das Projekt ein wichtiger Baustein ihrer Klimastrategie. Bis 2037 will die Stadt klimaneutral werden und dabei jährlich 149.000 Tonnen CO2 vermeiden.
Regionale Wertschöpfung als zusätzlicher Pluspunkt
Interessant ist das Finanzierungsmodell für die Anrainergemeinden. Städte und Gemeinden im Umkreis von 2.500 Metern erhalten 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Diese Beteiligung entspricht ihrem jeweiligen Flächenanteil. So profitiert die Region direkt von der Windenergie.
ABO Energy zeigt mit diesem Projekt seine Entwicklungsstärke. Das Wiesbadener Unternehmen hat seit 1996 bereits Anlagen mit 6,6 Gigawatt Leistung umgesetzt. Etwa die Hälfte davon wurde auch errichtet. Mit einem jährlichen Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro gehört ABO Energy zu den größeren Playern der Branche.
Nordex profitiert von stabilem Auftragseingang
Für Nordex ist der Auftrag ein weiterer Baustein in der Geschäftsstrategie. Das Unternehmen hat in seiner Geschichte etwa 57 Gigawatt Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert. Der Konzernumsatz lag 2024 bei rund 7,3 Milliarden Euro. Mit mehr als 10.400 Mitarbeitern gehört Nordex zu den größeren Turbinenherstellern.
Der Fokus liegt dabei auf Onshore-Turbinen der Klassen 4 bis 7 MW+. Diese sind für Länder mit begrenzten Ausbauflächen und Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten ausgelegt. Genau das passt zur Situation in Deutschland, wo geeignete Flächen knapp werden.
Servicegeschäft als wichtiger Ertragspfeiler
Besonders wertvoll ist der 20-jährige Premium-Servicevertrag. Das Servicegeschäft bringt planbare Einnahmen über lange Zeiträume. Für Nordex ist das ein wichtiger Stabilisator in einem zyklischen Markt. Die Wartung und Instandhaltung von Windanlagen wird immer wichtiger, je älter der deutsche Windpark wird.
Baden-Württemberg zeigt mit diesem Projekt, dass auch im Süden Windenergie möglich ist. Lange galt die Region als wenig windhöffig. Moderne Anlagen mit größeren Nabenhöhen können aber auch schwächere Winde nutzen. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Turbinenhersteller wie Nordex.
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