Verbio SE (DE000A0JL9W6) hat ein herausforderndes Geschäftsjahr hinter sich. Doch der Biokraftstoff-Spezialist aus Leipzig blickt optimistisch in die Zukunft. Nach einem EBITDA von nur 14,2 Millionen Euro will das Unternehmen im laufenden Jahr deutlich zulegen.
Harte Zeiten hinterlassen Spuren
Das Geschäftsjahr 2024/25 war für Verbio alles andere als rosig. Der Umsatz schrumpfte leicht auf 1,58 Milliarden Euro. Vor allem das EBITDA brach dramatisch ein – von 121,6 Millionen Euro auf magere 14,2 Millionen Euro. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sinkende Gewinnspannen bei Bioethanol und Biomethan sowie rückläufige THG-Prämien setzten dem Ergebnis zu.
Besonders bitter war die Entwicklung in den USA. Die Anlage in Nevada kämpfte mit Anlaufschwierigkeiten und einmaligen Reparaturkosten. Gleichzeitig verschlechterte sich die Marktsituation für Bioethanol in Nordamerika zusehends. Wertberichtigungen beim Vorratsvermögen verschärften die Lage weiter.
Verbio setzt auf Erholung und neue Märkte
Trotz der schwierigen Ausgangslage rechnet Vorstandschef Claus Sauter für das neue Geschäftsjahr mit einer deutlichen EBITDA-Erholung im hohen zweistelligen Millionenbereich. Die Basis für diese Zuversicht sind mehrere Faktoren: In Deutschland und Europa erwarten die Leipziger durch verschärfte Regulatorik eine Marktnormalisierung. In den USA soll die Nevada-Anlage endlich ihre geplante Leistung erreichen.
Besonders interessant wird die weitere Entwicklung der THG-Quotenpreise. Hier rechnet Verbio mit einer Erholung gegenüber dem schwachen Vorjahr. Allerdings bleiben rund 100 Millionen Euro aufgrund politischer Entscheidungen im Vorratsvermögen gebunden – ein Dämpfer für die Liquidität.
Dividende fällt aus – Neustart geplant
Die schwache Ertragslage hat konkrete Folgen für die Aktionäre. Erstmals seit Jahren wird Verbio keine Dividende ausschütten. Stattdessen soll der Bilanzgewinn vollständig vorgetragen werden. Eine nachvollziehbare Entscheidung angesichts der Umstände, auch wenn sie für einkommensorientierte Anleger schmerzt.
Die strategische Neuausrichtung zeigt jedoch, dass Verbio aus der Krise lernt. Die Erweiterung der Produktpalette durch Ethenolyse-Technologie zur Herstellung erneuerbarer Chemikalien soll künftige Marktvolatilität abfedern. Ein kluger Schachzug, der dem Unternehmen mehr Stabilität verleihen könnte.







