Der Hannoveraner Maschinenbauer Viscom (DE0007846867) hat im ersten Halbjahr 2025 gemischte Signale gesendet. Während der Auftragseingang um beachtliche 15,9 Prozent auf 42,8 Millionen Euro stieg, ging der Umsatz um 4,9 Prozent auf 39,3 Millionen Euro zurück.
Das Unternehmen konnte das EBIT deutlich verbessern und erzielte 52.000 Euro nach einem Verlust von 4,8 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Wende gelang hauptsächlich durch gesunkene Personalaufwendungen und reduzierte sonstige betriebliche Aufwendungen.
Viscom leidet unter Automotive-Schwäche
Die schwierige Lage in der europäischen Automobilindustrie belastet Viscom erheblich. Elektronikzulieferer aus diesem Bereich zeigen ausgeprägt zurückhaltende Investitionsbereitschaft. Investitionsentscheidungen werden weiterhin unplanbar aufgeschoben.
Währungseffekte von minus 591.000 Euro verschärften die Situation zusätzlich. Im Vorjahr hatte Viscom noch 168.000 Euro Währungsgewinne verbucht. Diese Volatilität zeigt die Herausforderungen international tätiger Maschinenbauer.
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Hoffnung auf Batteriefertigungs-Boom
Ein Lichtblick kam aus dem Bereich Batteriefertigung. Im zweiten Quartal erhielt Viscom einen größeren Auftrag mit niedrigem einstelligem Millionenwert. Der größte Teil wird allerdings erst 2026 umsatzwirksam, was die kurzfristigen Herausforderungen nicht löst.
Die europäische Strategie für mehr Unabhängigkeit bietet neue Chancen. Viscom geht davon aus, dass Kunden wieder verstärkt in Europa produzieren werden. Auch der Bereich Aerospace & Defence stellt weitere Perspektiven dar.
Amerika zeigt Interesse, aber zögerliche Umsetzung
Die Region Amerika entwickelte sich unterschiedlich. Auf der Space Tech Expo zeigte sich großes Interesse an Viscom-Inspektionslösungen. Trotz positiver Signale aus allen Sektoren blieb die Auftragsentwicklung verhaltener als erwartet.
Unsicherheiten zur Zollpolitik sind spürbar und bremsen Investitionsentscheidungen. Aufgrund sich anbahnender Projekte erwartet das Management aber eine positivere Entwicklung im zweiten Halbjahr.
Asien bleibt Wachstumsmotor
Die Region Asien konnte den positiven Trend der letzten drei Quartale fortsetzen. Kunden in China zeigten die stärkste Investitionsbereitschaft. Allerdings steigt der Wettbewerbsdruck aus China weiterhin, was die Margen unter Druck setzt.
Positive Signale aus Indien lassen für die zweite Jahreshälfte eine Investitionszunahme erwarten. Diese Diversifikation könnte helfen, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren.
Prognose bestätigt trotz schwieriger Lage
Das Management bestätigt trotz der Herausforderungen die Jahresprognose. Auftragseingang und Umsatz sollen zwischen 80 und 90 Millionen Euro liegen, bei einer EBIT-Marge von zwei bis fünf Prozent. Ab 2026 erwartet Viscom wieder Wachstum zu generieren.







