Die deutschen Nebenwerte htten die Woche am vergangenen Freitag, 16. Oktober, mit kräftigen Gewinnen beendet. Der MDAX legte um 1,5 Prozent auf 30.657 Punkte zu, der SDAX gewann 1,4 Prozent auf 18.198 Zähler und der TecDAX stieg um 1,1 Prozent auf 4.015 Punkte. Der DAX schloss 0,9 Prozent höher bei 25.623 Punkten. Bei den mittleren Werten gaben Rüstungstitel den Ton an: Hensoldt und Renk legten nach einer Studie von Morgan Stanley zu steigenden Verteidigungsaufträgen jeweils rund 6 Prozent zu. Nordex sprang um mehr als 12 Prozent, weil der Windanlagenbauer seinen operativen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt und den Margenausblick angehoben hatte. Auf der Schattenseite stand Synbiotic: Die Aktie des Cannabisunternehmens brach um mehr als 70 Prozent ein, nachdem es einen Insolvenzantrag angekündigt hatte.
Red Cat nimmt zweiten Anlauf bei Steyr Motors
Für Steyr Motors (ISIN: AT0000A3FW25) liegt wieder ein Übernahmeangebot auf dem Tisch. Heute mogen kündigte die SMOT Acquisition GmbH, eine Tochter des US-Drohnenherstellers Red Cat Holdings, ein freiwilliges Angebot über 39 Euro je Aktie in bar an. Das liegt knapp 30 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag. Der Ankeraktionär B&C Holding Österreich, der rund 15 Prozent hält, hat bereits zugesagt, seine Aktien anzudienen. Vorstand und Aufsichtsrat wollen das Angebot nach eigenen Angaben unterstützen, sobald die Angebotsunterlage geprüft ist.
Ende Juli hatte Red Cat ein erstes unverbindliches Angebot an dem Hersteller von Motoren für Militär- und Spezialfahrzeuge wieder zurückgezogen. Nötig sind jetzt eine Annahmequote von mindestens 50 Prozent plus einer Aktie sowie behördliche Freigaben. Abschließen will der Bieter die Transaktion im ersten Halbjahr 2027, Aktionäre brauchen also Geduld.
Norma Group setzt Ziele bis 2031 und kürzt die Dividende
Die Norma Group (ISIN: DE000A1H8BV3) hat ihre Strategie bis 2031 vorgestellt. Der Spezialist für Verbindungstechnik peilt eine bereinigte Ebit-Marge, also den Anteil des operativen Gewinns am Umsatz, von mehr als 10 Prozent an. Der Umsatz soll ohne Währungseffekte um 1 bis 3 Prozent im Jahr wachsen. Die Bündelung unterausgelasteter Werke in Europa und weitere Einsparungen sollen das Ergebnis bis 2031 um jährlich 70 bis 90 Millionen Euro verbessern. Wachstum sollen vor allem Industriekunden bringen, etwa aus Rechenzentren.
Den Preis zahlen zunächst die Aktionäre. Ab dem Geschäftsjahr 2027 sollen nur noch mindestens 10 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses ausgeschüttet werden, bisher waren 30 bis 35 Prozent vorgesehen. Dafür stellt das Management Aktienrückkäufe in Aussicht. Wie weit der Weg ist, zeigen die vorläufigen Zahlen des dritten Quartals: Bei 207,8 Millionen Euro Umsatz lag die bereinigte Ebit-Marge bei 3,7 Prozent. Die Jahresprognose bestätigte Norma.
Wild Bunch droht der Verlust des Kerngeschäfts
Schwer wiegt die Nachricht von Wild Bunch (ISIN: DE000A2TSU21). Der Filmverleiher teilte am späten Fraitag-Abend mit, dass er im französischen Reorganisationsverfahren der Tochter Wild Bunch SA mit hoher Wahrscheinlichkeit Eigentum und Stimmrechtskontrolle daran verlieren wird. Damit ginge der Kern des europäischen Geschäfts nahezu vollständig verloren.
Weitergeführt werden sollen die Wild Bunch AG selbst und die deutschen Gesellschaften, die früher zu Senator Entertainment gehörten. Angaben zu den Folgen für die Bilanz fehlen bislang, offen bleibt also, welcher Wert in der verbleibenden Gruppe steckt.
FamiCord holt frisches Geld bei den Aktionären
Die FamiCord AG (ISIN: DE000A0BL849), die Nabelschnurblut und Gewebe einlagert, plant eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht. Bis zu 20 Prozent neue Aktien sollen bis zu 9 Millionen Euro einbringen. Das Geld ist für das Kerngeschäft, die Auftragsfertigung für Dritte und eine schlankere Konzernstruktur gedacht. Das Bezugsangebot soll im November folgen, Preis und Verhältnis stehen noch aus. Da FamiCord schon den Start ins Jahr 2026 als schwächer beschrieben hatte, dürfte der Bezugspreis genau beobachtet werden.







