Am Dienstag standen deutsche Nebenwerte unter dem Eindruck eines schwachen Gesamtmarkts. Chipzulieferer und Immobilienwerte gerieten unter Druck. Auf Unternehmensebene gab es dennoch Lichtblicke: Branicks kommt bei der Restrukturierung voran, Mutares plant einen Verkauf in Polen und technotrans meldet Nachschub aus dem Rechenzentrumsgeschäft.
Branicks gewinnt Zeit bis 2030
Für Branicks Group (ISIN: DE000A1X3XX4) war der Dienstag ein wichtiger Schritt. Die Gläubiger der Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro, die ursprünglich 2026 fällig war, stimmten der Umschuldung mit 99 Prozent der abgegebenen Stimmen zu. Das Paket umfasst neben der Anleihe auch Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen. Nach Angaben des Unternehmens verschieben sich 375 Millionen Euro auf Ende September 2030 und weitere 220 Millionen Euro auf Ende September 2028.
Damit ist der Gewerbeimmobilienkonzern noch nicht am Ziel. In den kommenden Wochen stehen mehrere technische Schritte an. Umgesetzt sein soll das Konzept bis Ende des laufenden Geschäftsjahres, spätestens aber bis zum 31. März 2027. Zudem lösten die Beteiligten die Beraterverträge mit zwei Gesellschaften auf, deren Geschäftsführer im Aufsichtsrat von Branicks sitzen.
Mutares will Drogeriekette Natura abgeben
Die Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat mit der polnischen Grupa Specjał die wesentlichen Eckpunkte für den Verkauf von Natura vereinbart. Mit mehr als 190 Filialen und einem Onlineshop ist die Kette nach Unternehmensangaben die drittgrößte Drogeriekette Polens. Mutares hatte Natura Ende 2024 übernommen und seitdem umgebaut, unter anderem durch die Schließung unrentabler Standorte.
Der Kaufvertrag soll ebenso wie der Abschluss der Transaktion noch im vierten Quartal folgen. Voraussetzung ist die Zustimmung der polnischen Kartellbehörde. Einen Kaufpreis nannte Mutares nicht. Die Aktie gehörte dennoch zu den gefragten Werten im SDAX.
Mensch und Maschine sieht Gegenwind abflauen
Mensch und Maschine (ISIN: DE0006580806) steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um knapp 7 Prozent auf 189,3 Millionen Euro. Beim Gewinn sieht es schwächer aus. Das Ergebnis je Aktie sank leicht auf 1,42 Euro, weil das Geschäftsfeld Digitalisierung deutlich weniger verdiente. Das Softwaresegment legte beim operativen Gewinn dagegen um 18 Prozent zu. Belastet hatte vor allem das Geschäft mit Autodesk, wobei sich dieser Gegenwind laut Unternehmen im dritten Quartal abgeschwächt hat.
An der Jahresprognose eines Gewinnplus von 11 bis 19 Prozent hält der Softwareanbieter fest. Er selbst nennt sie inzwischen ambitioniert und rechnet mit einem starken Schlussquartal, um die untere Hälfte der Spanne zu erreichen.
technotrans erhält Anschlussauftrag
Der Spezialist für Kühltechnik technotrans (ISIN: DE000A0XYGA7) hat einen weiteren Auftrag für Kühlmittelverteiler in Rechenzentren erhalten. Diese Geräte führen Wärme von leistungsstarken Servern ab. Der Auftrag aus Asien liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich und stammt von einem bestehenden Kunden. Er soll vollständig noch 2026 umsatzwirksam werden. Den Umsatz mit Rechenzentren will technotrans in diesem Jahr ungefähr verdreifachen.
TAG Immobilien trotzt dem schwachen Sektor
Während steigende Zinsen viele Wohnimmobilienwerte belasteten, legte TAG Immobilien (ISIN: DE0008303504) zu und gehörte zu den stärksten Werten im MDAX. Auslöser war eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Die Bank verweist auf die starke Gewinndynamik aus dem Geschäft in Polen sowie auf niedrige Leerstände im deutschen Bestand.
tonies profitiert von Analystenzuversicht
Bei tonies (ISIN: LU2333563281) griffen Anleger ebenfalls zu, sodass die Aktie zu den größten Gewinnern im SDAX zählte. Die Analysten von Oddo BHF erwarten für den Hersteller der Hörfiguren und Audioboxen ein gutes drittes Quartal. Für tonies beginnt nun die wichtige Zeit vor dem Weihnachtsgeschäft.
Enapter startet in den USA neu
Der Elektrolyseurhersteller Enapter (ISIN: DE000A255G02) hat mit Total Hydrogen Solutions einen Vertriebspartner für den US-Markt gewonnen. Die nicht exklusive Vereinbarung gilt zunächst für 24 Monate und umfasst die gesamte Produktpalette. Der Partner setzt die Technik bereits seit Anfang 2026 in eigenen Anlagen ein. Enapter hatte sein US-Geschäft im September neu aufgestellt.






