Die Halbleiter- und Beleuchtungsspezialisten von ams OSRAM (AT0000A3EPA4) haben mit ihren Zahlen zum ersten Quartal 2025 die eigenen Prognosen leicht übertroffen. Trotz der zunehmenden weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten konnte der Konzern eine solide Performance abliefern – und zugleich einen umfassenden Plan zur beschleunigten Entschuldung vorlegen.
Profitabilität über den Erwartungen
Mit einem Umsatz von 820 Millionen Euro lag ams OSRAM im ersten Quartal über der Mitte der prognostizierten Spanne von 750 bis 850 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorquartal sank der Umsatz zwar um 7 Prozent, was jedoch dem typischen saisonalen Muster entspricht – trotz konjunktureller Schwäche im Automobil- und Industriehalbleitergeschäft.
Besonders erfreulich entwickelte sich die Profitabilität: Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 16,4 Prozent und lag damit leicht über der Mitte der prognostizierten Spanne. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die konsequente Umsetzung des strategischen Effizienzprogramms zurückzuführen, durch das Einsparungen bei laufenden Kosten in Höhe von etwa 135 Millionen Euro realisiert werden konnten.
Beschleunigter Abbau der Schulden geplant
Das Unternehmen hat angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten einen umfassenden Plan zur beschleunigten Entschuldung vorgelegt. Ziel ist es, eine Verschuldungsquote von unter 2 (Nettoverschuldung/bereinigtes EBITDA) zu erreichen. Der Plan soll den Refinanzierungsbedarf minimieren und die jährliche Zinslast unter 100 Millionen Euro drücken.
Der Entschuldungsplan umfasst die Verbesserung des freien Cashflows durch konsequente Umsetzung des Effizienzprogramms, die Veräußerung des 8-Zoll-Werks in Kulim, die Verlängerung der revolvierenden Kreditfazilität sowie die Prüfung strategischer Optionen für verschiedene weitere Unternehmensteile mit angestrebten Erlösen von deutlich über 500 Millionen Euro.
Positive Entwicklung im Consumer-Segment
Die Entwicklung der Halbleiter-Sparten, die etwa 70 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, zeigte je nach Endmarkt unterschiedliche Verläufe. Im Automobilbereich entwickelte sich das Geschäft trotz einer Bestandskorrektur in der Lieferkette für optoelektronische Halbleiter etwas besser als erwartet. Positiv wirkten sich hier der Hochlauf neuer Sensorprodukte und der zwischenzeitlich stärkere US-Dollar aus.
Der Bereich Industrie und Medizintechnik scheint mit einem Rückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr seine zyklische Talsohle erreicht zu haben.
Optimistischer Ausblick trotz Herausforderungen
Besonders erfreulich entwickelte sich das Consumer-Segment mit einem Umsatzanstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dank starker Beiträge neuer Produkte. Für das zweite Quartal 2025 rechnet ams OSRAM mit einem Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,5 Prozent (±1,5 Prozent).
Mit der strategischen Neuausrichtung und dem beschleunigten Schuldenabbau scheint ams OSRAM gut positioniert, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern und mittelfristig wieder auf einen profitablen Wachstumspfad zurückzukehren.







