Der Berliner Online-Optiker Mister Spex (ISIN: DE000A3CSAE2) steht vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen. Analysten erwarten für das dritte Quartal 2025 erneut rückläufige Umsätze, doch die Margen entwickeln sich positiv. Am 13. November wird das Unternehmen Einblick in die jüngste Geschäftsentwicklung geben und zeigen, ob der eingeschlagene Sparkurs Früchte trägt.
Schwaches Wetter belastet das Sonnenbrillengeschäft
Die Analysten von mwb research rechnen mit Erlösen von 47 Millionen Euro im dritten Quartal. Das wäre ein Rückgang von fast 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mister Spex hat sich aus unrentablen internationalen Märkten zurückgezogen und konzentriert sich stärker auf den deutschen Heimatmarkt. Zudem sorgte der verregnete Sommer für ein schwaches Sonnenbrillengeschäft. Das klassische Geschäft mit Korrekturbrillen zeigt sich dagegen widerstandsfähig und stützt die Entwicklung.
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Trotz sinkender Umsätze verbessert sich die Ertragslage spürbar. Die Bruttomarge soll im dritten Quartal auf 54 Prozent steigen – ein Plus von mehr als fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt, dass die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die Optimierung des Produktmix wirken. Der höhere Anteil von Eigenmarken und die bessere Performance der stationären Stores tragen zu dieser positiven Entwicklung bei.
Mister Spex auf Kurs zur schwarzen Null
Noch deutlicher wird der Fortschritt beim operativen Ergebnis. Das EBIT dürfte sich im dritten Quartal auf minus 4,9 Millionen Euro verbessern. Im Vorjahresquartal hatte der Verlust noch bei 14,6 Millionen Euro gelegen. Die konsequente Kostendisziplin und die Verschlankung der Organisation im Rahmen des Programms SpexFocus zahlen sich aus. Das EBITDA könnte sogar nahezu ausgeglichen ausfallen.
Das Management wird voraussichtlich an seiner Jahresprognose festhalten. Diese sieht für 2025 einen Umsatzrückgang zwischen 10 und 20 Prozent vor. Die EBIT-Marge soll sich in einer Spanne von minus 5 bis minus 15 Prozent bewegen. Auch bei der Liquidität ist das Unternehmen auf Kurs: Zum Jahresende wird ein Kassenbestand von rund 65 Millionen Euro erwartet, plus oder minus fünf Millionen.
Attraktive Bewertung trotz Herausforderungen
Die Experten von mwb research bleiben optimistisch und bekräftigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 4,00 Euro. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von fast 200 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von 1,36 Euro. Die Marktkapitalisierung von nur 45 Millionen Euro entspricht in etwa dem erwarteten Kassenbestand. Anleger zahlen also praktisch nichts für das operative Geschäft.
Natürlich bleibt Mister Spex ein spekulatives Investment. Das Unternehmen schrumpft und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen lässt noch auf sich warten. Doch die strukturellen Fortschritte sind unübersehbar. Wer an die Turnaround-Story glaubt und Geduld mitbringt, könnte hier eine Chance finden.









