Wer sich vor sechs Jahren hingesetzt und ehrgeizige Ziele für 2025 gesteckt hat, konnte Corona und Ukraine-Krieg nicht vorhersehen. Die Fielmann Group AG (ISIN: DE0005772206) hat ihre Vision 2025 trotzdem nicht nur erreicht, sondern beim bereinigten EBITDA um rund 50 Prozent übertroffen. Diese Leistung verdient Respekt, wirft aber auch die Frage auf: Waren die ursprünglichen Ziele zu konservativ oder hat Fielmann tatsächlich über sich hinausgewachsen?
Die Zahlen sprechen für Letzteres. In den ersten neun Monaten kletterte der Konzernumsatz um neun Prozent auf 1,842 Milliarden Euro, während das bereinigte EBITDA überproportional um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro zulegte. Die Marge verbesserte sich auf Gruppenebene von 21,9 auf 23,6 Prozent. In Europa erreichte Fielmann sogar 24,8 Prozent – ein Wert, von dem viele Einzelhändler nur träumen können. Diese Profitabilität ist das Ergebnis konsequenter Arbeit an der Kostenstruktur und einer geschickten Produktmischung.
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USA: Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger
Besonders bemerkenswert entwickelte sich das US-Geschäft. Die Integration von Shopko Optical ist abgeschlossen, nun beginnt die Transformation. Das bereinigte EBITDA verdoppelte sich nahezu von 7,3 auf 13,9 Prozent. Das US-Geschäft legte um 69 Prozent zu. Diese Dynamik zeigt, dass Fielmann seine Erfolgsformel auch über den Atlantik exportieren kann. Allerdings dämpft der starke Euro das Wachstum, wenn man in Dollar rechnet.
Fielmann Group AG: Drittgrößter der Welt
CEO Marc Fielmann betont stolz, dass sein Unternehmen heute der drittgrößte Optiker weltweit ist. Der Auslandsumsatz wurde verdreifacht und erreicht knapp eine Milliarde Euro bis Jahresende. Diese Internationalisierung war überfällig, denn der deutsche Markt ist weitgehend gesättigt. Die USA bieten enormes Potenzial, und Fielmann scheint dort den richtigen Ansatz gefunden zu haben.
Für das Gesamtjahr bestätigt der Vorstand seine Prognose: knapp 2,5 Milliarden Euro Umsatz bei einer operativen Marge von etwa 25 Prozent in Europa und rund 24 Prozent auf Gruppenebene. Die Kundenzufriedenheit soll bei 90 Prozent bleiben. Was in diesen nüchternen Zahlen untergeht: Fielmann hat in wenigen Jahren eine beeindruckende Transformation vollzogen. Vom rein deutschen Optiker zum internationalen Player mit starker US-Präsenz. Das dritte Quartal fiel mit drei Prozent Wachstum zwar etwas schwächer aus, doch das ändert nichts am Gesamtbild. Die Frage ist jetzt: Was kommt nach Vision 2025? Das Potenzial für eine Vision 2030 ist jedenfalls vorhanden.








