Die Mister Spex SE (DE000A3CSAE2) kämpft mit einem schwierigen Marktumfeld. Der Online-Optiker musste seine Umsatzprognose für 2025 nach unten korrigieren. Dennoch hält das Berliner Unternehmen an seiner EBIT-Prognose fest und sieht sich auf dem richtigen strategischen Weg.
Rabattschlacht belastet Geschäft
Das zweite Quartal verlief unter den Erwartungen. Verstärkte Rabattaktivitäten der Konkurrenz – besonders im Sonnenbrillen-Segment – sorgten für zusätzlichen Preisdruck. Mister Spex verzichtete bewusst darauf, diesem Trend zu folgen. Die disziplinierte Preispolitik soll zu höheren Bruttomargen führen.
CEO Tobias Krauss betont den strategischen Wandel: Das Transformationsprogramm SpexFocus zeigt Wirkung. In nur fünf Monaten verbesserte sich das EBIT um rund sechs Millionen Euro. Der Fokus auf Profitabilität, Effizienz und Kundennutzen war richtig.
Umsatz sinkt stärker
Mister Spex erwartet nun einen Umsatzrückgang von 10 bis 20 Prozent statt der ursprünglich prognostizierten 5 bis 10 Prozent. Die EBIT-Marge bleibt bei minus 5 bis minus 15 Prozent – eine Verbesserung um 1,3 Millionen Euro. Die liquiden Mittel sollen bei 65 Millionen Euro plus/minus 5 Millionen liegen.
Positive Signale kommen vom Kundenverhalten. Der durchschnittliche Bestellwert stieg um 11 Prozent, bei Korrektionsbrillen sogar um 23 Prozent. Im vergangenen Monat führte das Unternehmen erfolgreich ein Abonnementmodell ein.
Mister Spex setzt auf Omnichannel
Das 2007 gegründete Unternehmen entwickelte sich vom reinen Online-Player zum Omnichannel-Optiker. Über 8 Millionen Kunden und 10 Online-Shops in Europa sprechen für die Marktposition. Mehr als 120 eigene Optiker gewährleisten erstklassigen Service in den Filialen.
Technologie und Innovation bleiben zentrale Wachstumstreiber. Digitale 2D-zu-3D-Werkzeuge für die Rahmenanpassung und intelligente Browse-Funktionen setzen Branchenstandards. Das umfangreiche Partnernetzwerk aus Optikern ergänzt das eigene Filialangebot.
Transformation zeigt erste Erfolge
SpexFocus zielt auf nachhaltige Kostensenkungen und höhere operative Effizienz ab. Die bewusste Fokussierung auf Profitabilität statt Volumenwachstum unterscheidet Mister Spex von vielen Konkurrenten. Wiederkehrende Umsätze durch das Abo-Modell stärken die Planbarkeit.
Anleger sollten bedenken: Die Brillenbranche ist traditionell stabil, aber auch wenig wachstumsstark. Der Online-Handel revolutioniert zwar den Vertrieb, doch die Konkurrenz durch Fielmann und Co. bleibt intensiv. Die vollständigen Q2-Zahlen folgen am 28. August.






