Die MS Industrie AG (DE0005855183) hat ihren Geschäftsbericht 2024 vorgelegt und blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Mit 171 Millionen Euro fiel der Umsatz deutlich geringer aus als im Vorjahr (250 Mio. Euro nach HGB). Auch das Konzernergebnis rutschte mit -3,9 Millionen Euro ins Minus, nachdem 2023 noch ein Plus von 4,6 Millionen Euro zu Buche stand.
Kerngeschäft MS XTEC im Fokus der Strategie
Der Münchner Technologiekonzern hat 2024 einen klaren Strategiewechsel vollzogen: Die MS Ultrasonic Technology Group (UTG) wurde mehrheitlich an die Schunk Sonosystems GmbH veräußert, wobei die verbleibenden 49 Prozent at-equity konsolidiert werden. Die Konzentration liegt nun klar auf dem Kerngeschäft MS XTEC – der hochautomatisierten Metallbearbeitung und Montage von Systemen und Komponenten für schwere Verbrennungsmotoren sowie hybride und elektrische Antriebsformen.
„Das zeigt, dass wir uns künftig vor allem auf MS XTEC konzentrieren und dort eine zügige Erfolgsstory aufbauen möchten“, erklärt Vorstand Dr. Andreas Aufschnaiter die strategische Ausrichtung. Dies erkläre zu einem großen Teil auch den Umsatzrückgang im Jahr 2024. Trotz schwierigem Umfeld konnte MS Industrie die Eigenkapitalquote bei gleichzeitiger massiver Reduktion der Bankverbindlichkeiten auf 44,0 Prozent verbessern (Vorjahr: 35,1 Prozent).
Investitionen und Automatisierung als Zukunftsbasis
Die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen beginnen sich auszuzahlen. Nachdem am Standort Trossingen bereits im Vorjahr eine Hallenerweiterung mit 3.500 qm zusätzlicher Produktionsfläche fertiggestellt wurde, konnte im Geschäftsjahr 2024 die Automatisierung und Digitalisierung der Fertigung mittels neuer Robotik-Anlagen weitgehend abgeschlossen werden.
„Die Automatisierung ist ein Effizienz- und Kostensenkungsprogramm in unserer Produktion“, betont Vorstand Armin Distel. „Wir haben uns im letzten Jahr mit MS XTEC noch breiter aufgestellt. Wir sind in der Lage, Präzisionsteile für höchste Beanspruchungen zu produzieren und können über unsere digitalisierte Fertigung auch entsprechenden Dokumentationspflichten etwa für die Medizintechnik, Luftfahrt oder Defense nachkommen.“
Internationalisierung sorgt für Optimismus
Ein Blick über den Tellerrand zeigt: MS XTEC ist 2024 im Rahmen der Internationalisierung in die USA zurückgekehrt – mit einem Werk in Charlotte, North Carolina. Das angemietete Werk umfasst rund 1.600 qm und ist bereits mit den ersten 5-Achs-Bearbeitungsanlagen ausgestattet.
Besonders erfreulich: Zu Beginn des Jahres 2025 konnte MS XTEC mit einem langjährigen, renommierten Kunden für schwere Off-road-Motoren einen großen Meilenstein erzielen. Die Erweiterung des zu liefernden Produktspektrums und die Vertragsverlängerung bis Ende 2030 für Europa und Amerika versprechen ein kumuliertes Geschäftsvolumen von über 100 Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre.
Gute Auftragslage
Das Auftragsbuch entwickelt sich ebenfalls positiv: „Seit März dieses Jahres sind unsere Auftragsbestände mit 81 Millionen Euro mehr oder weniger genauso gut gefüllt wie am Anfang des Jahres 2024“, berichtet Dr. Aufschnaiter.
Für Anleger bedeutet dies: Trotz der roten Zahlen im Jahr 2024, die durch geopolitische Unsicherheiten, die LKW-Flaute, den massiven Abbau von Lagerbeständen bei Kunden und das Vorfeld der amerikanischen Wahlen beeinflusst wurden, zeigt das Unternehmen mit seiner strategischen Neuausrichtung, den abgeschlossenen Investitionen und den jüngsten Auftragserfolgen durchaus vielversprechende Perspektiven.







