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Salzgitter: Jahresziel ist fast erreicht

November 10, 2025
in News
Salzgitter: Jahresziel ist fast erreicht

Die Salzgitter AG (ISIN: DE0006202005) meldet für das dritte Quartal 2025 ein leicht positives Vorsteuerergebnis und setzt damit die eingeleitete Trendwende fort. In den ersten neun Monaten verbesserte sich das Vorsteuerresultat auf minus 72,7 Millionen Euro nach minus 141,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Was auf den ersten Blick wie eine Standardmeldung erscheint, offenbart bei näherer Betrachtung eine bemerkenswerte Entwicklung: 

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Das Ergebnisverbesserungsprogramm P28 zeigt bereits jetzt durchschlagende Wirkung, während gleichzeitig die Portfoliostärke des Konzerns ihre stabilisierende Kraft entfaltet. Mit 89 Millionen Euro zusätzlichem Ergebnisbeitrag in den ersten drei Quartalen hat man das Jahresziel von 97 Millionen Euro nahezu erreicht. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell sich die Strategie des Konzerns auszahlen wird.

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Diversifikation als strategischer Vorteil

Während reine Stahlproduzenten in Europa unter massivem Druck stehen, zeigt sich bei Salzgitter die Stärke eines diversifizierten Portfolios. Die Beteiligung an der Aurubis AG steuerte 83,5 Millionen Euro zum Ergebnis bei, die KHS-Gruppe im Technologiebereich lieferte konstant starke 76,2 Millionen Euro Vorsteuergewinn. Der Handel schaffte den Turnaround und kam auf 20,8 Millionen Euro nach einem Verlust von 9,3 Millionen Euro im Vorjahr. 

Diese Diversifikation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strategischer Weichenstellungen der Vergangenheit. Sie ermöglicht es dem Konzern, die aktuelle Schwächephase im Stahlgeschäft zu überbrücken und gleichzeitig in die klimaneutrale Stahlproduktion zu investieren. Finanzvorständin Birgit Potrafki betont zurecht, dass ohne die eigenen Maßnahmen die Situation deutlich angespannter wäre.

Stahlgeschäft kämpft mit strukturellen Herausforderungen

Das Kerngeschäft bleibt herausfordernd. Die Stahlerzeugung verbuchte ein negatives Vorsteuerergebnis von 56,3 Millionen Euro, die Stahlverarbeitung kam auf minus 90,1 Millionen Euro. Die Grobblechgesellschaften leiden unter hohen Importmengen und dem anhaltenden Wettbewerbsdruck durch preisgünstige russische Brammen in der EU. Diese Problematik betrifft allerdings die gesamte europäische Stahlindustrie und ist kein Salzgitter-spezifisches Phänomen. Immerhin erzielte das Segment Stahlerzeugung im dritten Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis, was zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen. Die im Oktober begebene Umtauschanleihe über 500 Millionen Euro stärkt die Finanzierungsbasis und wurde vom Kapitalmarkt positiv aufgenommen. Mit einer Eigenkapitalquote von 41,8 Prozent steht der Konzern weiterhin auf solidem Fundament.

Ausblick 2026 mit realistischen Perspektiven

Salzgitter präzisiert die Jahresprognose und erwartet nun einen Umsatz leicht oberhalb von 9,0 Milliarden Euro sowie ein EBITDA zwischen 300 und 350 Millionen Euro. Das Vorsteuerresultat soll zwischen minus 100 und minus 50 Millionen Euro liegen. Diese Anpassung nach unten reflektiert die Marktlage ehrlich, ohne die Fortschritte kleinzureden. Für 2026 zeichnen sich tatsächlich mehrere positive Faktoren ab: Die von der EU-Kommission vorgestellten handelspolitischen Instrumente könnten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlindustrie stärken. 

Eine konjunkturelle Erholung wird zunehmend wahrscheinlicher. Die eigenen Programme werden weiterlaufen und zusätzliche Effekte bringen. Der Konzern positioniert sich damit nicht auf blindem Optimismus, sondern auf einer realistischen Einschätzung der Rahmenbedingungen. Die Transformation zur klimaneutralen Stahlproduktion bleibt das strategische Langfristziel, während kurzfristig Kostenmanagement und Effizienzsteigerung im Fokus stehen.

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Schlagwörter: DE0006202005FNSalzgitter
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