Für SGL Carbon (DE0007235301) war das erste Halbjahr von Licht und Schatten geprägt. Der Umsatz sackte um 15,8 Prozent auf 453,2 Millionen Euro ab, vor allem wegen der anhaltend schwachen Nachfrage der Halbleiterkunden. Immerhin blieb die EBITDA-Marge mit 16,0 Prozent nahezu stabil.
Halbleitergeschäft bricht massiv ein
Das lukrative Geschäft mit Spezialgraphitkomponenten für die Halbleiterindustrie schrumpfte drastisch um 63,4 Millionen Euro auf nur noch 78,4 Millionen Euro. Die Kunden sitzen auf hohen Lagerbeständen, und westliche Elektrofahrzeughersteller haben die Markteinführung neuer Modelle mit SiC-Halbleiterstruktur verschoben. Ein doppelter Schlag für SGL Carbon.
Carbon Fibers-Restrukturierung zeigt erste Erfolge
Ein Lichtblick ist die Restrukturierung des Geschäftsbereichs Carbon Fibers. Nach der Einstellung verlustbringender Aktivitäten und der Schließung des Standorts in Portugal erwirtschaftete der Bereich erstmals seit langem wieder ein positives EBITDA von 5,2 Millionen Euro. Die schmerzhafte Kur scheint zu wirken.
SGL Carbon bleibt vorsichtig optimistisch
Für das Gesamtjahr passte das Unternehmen die Umsatzprognose nach unten an – statt bis zu 10 Prozent Rückgang werden nun 10 bis 15 Prozent weniger erwartet. Die EBITDA-Prognose von 130 bis 150 Millionen Euro bleibt hingegen bestehen. CFO Thomas Dippold zeigt sich kampfbereit: „Wir werden unsere Kostenstrukturen weiter optimieren und an der Entwicklung neuer Marktsegmente arbeiten.“
Die Bilanz gibt dem Unternehmen Spielraum für schwierige Zeiten: Mit einer Eigenkapitalquote von 39,8 Prozent steht SGL Carbon solide da. Der Free Cashflow blieb mit 7,3 Millionen Euro positiv, auch wenn er gegenüber dem Vorjahr zurückging. Bei einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro und 4.700 Mitarbeitern weltweit hat das Unternehmen die nötige Größe, um Marktzyklen zu überstehen.







