Der Diagnostikspezialist Stratec (ISIN: DE000STRA555) sieht sich mit unerwarteten Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert. Handelspolitische Spannungen führen zu Engpässen bei bestimmten Magnettypen, die geringe Mengen Seltener Erden enthalten. Dies bremst die Auslieferung einiger Gerätelinien. Trotzdem konnte das Unternehmen den Umsatz in den ersten neun Monaten währungsbereinigt um 2,5 Prozent auf 175,6 Millionen Euro steigern. Nominal entspricht dies einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber den 173,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das adjustierte EBIT ging allerdings auf 12,8 Millionen Euro zurück nach 15,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die adjustierte EBIT-Marge sank um 150 Basispunkte von 8,8 auf 7,3 Prozent. Ursächlich hierfür sind Produktmixeffekte, ein temporär niedrigerer Anteil hochmargiger Serviceteile sowie negative Währungseffekte. Für das Gesamtjahr erwartet Stratec nun das untere Ende der Margenzielspanne von etwa 10 bis 12 Prozent.
Werbung
Jetzt mit 0 € Ordergebühr über Smartbroker+ handeln
Lieferrückstände belasten viertes Quartal
Die Versorgungslage bei einem bestimmten Magnettyp bereitet Sorgen. Dieser enthält 0,1 Prozent ausfuhrbeschränkte Seltene Erden, was im aktuellen Handelskonflikt zu Problemen führt. Bereits im dritten Quartal entstanden Lieferrückstände, die sich voraussichtlich erst im ersten Quartal 2026 aufholen lassen. Auch das ursprünglich für das vierte Quartal geplante Produktionsvolumen lässt sich nicht vollständig realisieren. Hinzu kommen volatile Kundenbestellungen und Logistikoptimierungen aufgrund globaler Zollkonflikte, insbesondere bei Serviceteilen und Verbrauchsmaterialien. Stratec hat daher seine Umsatzprognose angepasst und rechnet währungsbereinigt nur noch mit einem Niveau auf Vorjahresniveau.
Entwicklungsgeschäft gewinnt an Fahrt
Trotz der Herausforderungen gibt es positive Signale. Der Umsatz mit Entwicklungs- und Dienstleistungen legte im zweistelligen Prozentbereich zu, getrieben durch hohe Entwicklungsaktivitäten und zahlreiche laufende Kundenprojekte. Besonders erfreulich entwickelt sich die Nachfrage nach Lifecycle-Transfers. Dabei übernimmt Stratec die volle Verantwortung für Design, Fertigung und Lieferung über den gesamten Produktlebenszyklus bereits etablierter Produkte. Kunden suchen vermehrt nach solchen Partnern im Zuge von Reorganisationen, Fusionen und strategischer Fokussierung. Stratec konnte jüngst eine Partnerschaft für ein etabliertes Hochdurchsatzprodukt in der Molekulardiagnostik gewinnen.
Neue Produkte und Effizienzmaßnahmen
Im dritten Quartal erfolgte die Markteinführung des P780, eines innovativen Analysensystems für mittlere und größere Labore im Bereich klinischer Chemie. Die Mitarbeiterzahl sank um 2,9 Prozent auf 1.420 Beschäftigte, was Effizienzmaßnahmen zur Ergebnisverbesserung widerspiegelt. Vorstandschef Marcus Wolfinger zeigt sich zuversichtlich, dass die gestiegene Entscheidungsbereitschaft der Kunden bei Entwicklungskooperationen Stratec neue Chancen eröffnet.








