Die Avemio AG (DE000A40KY59) hat ein durchwachsenes Jahr 2024 hinter sich. Der Umsatz sank von 99,2 auf 87,9 Millionen Euro, während das EBITDA ins Minus rutschte. Doch das Medientechnik-Unternehmen hat große Pläne für seine Digitalstrategie. Der Konzern steht exemplarisch für viele Mittelständler, die den Sprung von einem klassischen Handelsunternehmen zu einem technologiegetriebenen Anbieter schaffen wollen.
Transformation zeigt erste Erfolge
Das klassische Handelsgeschäft schwächelt – der Umsatz ging auf 78,8 Millionen Euro zurück. Schuld sind eine temporär schwächere Nachfrage nach hochpreisigen Investitionsgütern und Projektverschiebungen. Ganz anders das Digitalgeschäft: Hier explodierte der Umsatz förmlich von 2,9 auf 8,5 Millionen Euro.
Den Grundstein dafür legte Avemio durch die Integration der MoovIT-Unternehmen und die Neugründung der ObviousFuture GmbH. Mit innovativen Lösungen wie helmut.cloud und der KI-basierten Plattform CaraOne, die auf der NAB Show in Las Vegas als „Product of the Year 2025“ ausgezeichnet wurde, positioniert sich das Unternehmen als Technologieführer. Solche Auszeichnungen sind in der professionellen Medienbranche durchaus relevant und können Türen zu Großkunden öffnen. Die Frage bleibt, ob sich daraus auch nachhaltige Umsätze entwickeln.
Avemio baut Finanzierungskompetenz auf
Besonders clever: Die Akquisition der LEA-Gruppe erweitert die Wertschöpfungskette um Finanzierungsdienstleistungen. Das ermöglicht es, nutzungsbasierte Modelle unabhängiger anzubieten – ein wichtiger Branchentrend weg von klassischen Investitionsgütern hin zu Betriebsausgaben.
Trotz des negativen EBITDA von 0,9 Millionen Euro bleibt die Bilanz solide. Die Eigenkapitalquote liegt bei 49 Prozent, die liquiden Mittel stiegen auf 5,7 Millionen Euro. Ein positiver operativer Cashflow von 2,4 Millionen Euro zeigt, dass die operative Basis stimmt.
Für 2025 erwartet Vorstandschef Ralf P. Pfeffer eine Stabilisierung im Handel und erste Wachstumsimpulse im zweiten Halbjahr. Die digitalen Produkte stehen vor dem Markteintritt, internationale Nachfrage steigt. Ob das reicht, um das operative Ergebnis wieder in die Gewinnzone zu führen, wird sich zeigen. Die ersten Kostensenkungsmaßnahmen durch die Integration von Tochtergesellschaften haben bereits 0,5 Millionen Euro gebracht. Bis Ende 2025 sollen über 1,5 Millionen Euro jährlich eingespart werden. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Ergebnisverbesserung. Entscheidend wird aber sein, ob die neuen Software-Lösungen am Markt tatsächlich durchstarten können.







