Die Continental AG (ISIN: DE0005439004) meldet für das dritte Quartal 2025 einen Nettoverlust von 756 Millionen Euro nach einem Gewinn von 486 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Diese Zahl könnte auf den ersten Blick alarmieren. Doch ein differenzierter Blick offenbart eine völlig andere Realität. Nicht zahlungswirksame Sondereffekte in Höhe von 1,1 Milliarden Euro aus dem Aumovio-Spin-off und dem geplanten Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions belasten das Ergebnis. Diese Sondereffekte resultieren aus Währungsumrechnungsdifferenzen. Zusätzlich gibt es einen Unterschiedsbetrag zwischen Nettovermögen und erwartetem Verkaufspreis.
Entscheidend ist, dass diese Belastungen rein buchhalterischer Natur sind und keinerlei Auswirkungen auf den Cashflow haben. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 565 Millionen Euro, die bereinigte EBIT-Marge erreichte 11,4 Prozent. CEO Nikolai Setzer betont, dass Continental in einem widrigen Marktumfeld wichtige strategische Meilensteine ihrer Neuaufstellung erreicht habe. Der erfolgreiche Spin-off von Aumovio und die vertragliche Vereinbarung zum Verkauf von OESL bringen das Unternehmen seinem Ziel einen bedeutenden Schritt näher. Continental möchte sich als fokussierter Reifenchampion aufstellen.
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Tires überzeugt mit starkem Reifenersatzgeschäft
Der Unternehmensbereich Tires lieferte im dritten Quartal eine überzeugende Performance und verbesserte sich deutlich gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 14,3 Prozent nach 12,0 Prozent im zweiten Quartal. Wechselkurseffekte und Zölle auf Importe in die USA wirkten allerdings negativ. Das organische Wachstum lag bei 3,6 Prozent. Besonders erfreulich entwickelte sich das Pkw-Reifenersatzgeschäft in Nordamerika und Asien.
Der Start des Winterreifengeschäfts verlief erfolgreich. Dazu trug die vielfach ausgezeichnete Reifenqualität maßgeblich bei. Der WinterContact TS 870 P wurde Testsieger im aktuellen Winterreifentest von auto motor und sport. Der AllSeasonContact 2 belegte den ersten Platz im Test des Automobilclubs von Deutschland. Diese Auszeichnungen sind nicht nur Marketingerfolge. Sie spiegeln die konsequente Innovationskraft von Continental wider. Mit dem UltraContact NXT, der bis zu 65 Prozent nachwachsende, wiederverwertete und Massenbilanz-zertifizierte Materialien enthält, kombiniert Continental Nachhaltigkeit mit maximaler Sicherheit und Leistung.
ContiTech steigert Marge trotz schwacher Industrienachfrage
Der Unternehmensbereich ContiTech erreichte trotz rückläufiger Industrienachfrage eine bereinigte EBIT-Marge von 6,6 Prozent. Damit steigerte er sich gegenüber dem Vorjahresquartal mit 4,4 Prozent deutlich. Diese Verbesserung ist das Ergebnis konsequenter Maßnahmen zur kurzfristigen Kostenreduzierung. CFO Roland Welzbacher betont, dass sich ContiTech im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich gesteigert habe. Im saisonal stärkeren vierten Quartal werden weitere Verbesserungen durch Kostendisziplin, einen verbesserten Produktmix und eine höhere Nachfrage angestrebt.
Die geplante Investition von mehr als 85 Millionen US-Dollar in eine neue Mixeranlage am Standort Mount Pleasant in den USA unterstreicht die Strategie. Continental verfolgt das Ziel, die Kundennachfrage lokal bestmöglich zu bedienen. ContiTech demonstriert zudem seine Expertise für Zukunftstechnologien. Eines der Projekte ist die Beteiligung an einem der ersten europäischen Projekte zur CO2-Speicherung in der Nordsee. Ein weiteres Beispiel ist die strategische Partnerschaft mit AQP Industrial Service zur Unterstützung der Bergbauindustrie in Peru.
Free Cashflow steigt – Neuaufstellung auf der Zielgeraden
Der bereinigte Free Cashflow verbesserte sich auf 169 Millionen Euro nach 157 Millionen Euro im Vorjahr. Welzbacher hebt hervor, dass sich Continental bei Tires, ContiTech und beim Free Cashflow im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich gesteigert habe. Im vierten Quartal werden insbesondere beim Cashflow weitere Verbesserungen angestrebt. Die strategische Neuaufstellung von Continental schreitet planmäßig voran.
Nach dem erfolgreichen Aumovio-Spin-off und der vertraglichen Vereinbarung zum OESL-Verkauf, stehen die abschließenden Schritte an. Der Verkauf von ContiTech im kommenden Jahr und die Fokussierung auf das Reifengeschäft sind vorgesehen. Diese Transformation schafft zwei eigenständige Unternehmen. Beide haben erhebliches Wertschöpfungspotenzial in ihren jeweiligen Branchen. Die nicht zahlungswirksamen Sondereffekte mögen das Nettoergebnis belasten. Doch die operative Realität zeichnet ein deutlich positiveres Bild einer Transformation, die auf der Zielgeraden ist.








