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Hensoldt: Sieben Milliarden Euro Rüstungsaufträge im Rücken

November 8, 2025
in News
Hensoldt: Sieben Milliarden Euro Rüstungsaufträge im Rücken

Die Zeitenwende ist bei der Hensoldt AG (ISIN: DE000HAG0005) längst Realität geworden. Mit einem Auftragsbestand von 7,096 Milliarden Euro hat der Sensor- und Optronikspezialist einen neuen Rekord aufgestellt. Das entspricht mehr als dem Dreifachen des Jahresumsatzes und verschafft eine Planungssicherheit, von der andere Rüstungsunternehmen nur träumen können. In den ersten neun Monaten kletterte der Auftragseingang um neun Prozent auf 2,017 Milliarden Euro. Die spannende Frage lautet: Kann Hensoldt diese Flut an Aufträgen auch profitabel abarbeiten?

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Die Zahlen deuten darauf hin. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 1,536 Milliarden Euro zu. Beide Segmente trugen zu diesem Wachstum bei: Sensors wuchs um 9,3 Prozent, getrieben durch Vertragserweiterungen für Eurofighter-Radare sowie Aufträge für TRML-4D- und Spexer-Radare. Optronics legte sogar um beeindruckende 27,5 Prozent zu, vor allem dank Nachrüstungen für U-Boote der Klasse U212A. Diese Wachstumsdynamik zeigt, dass Europa ernst macht mit der Aufrüstung.

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Die Marge bleibt das Sorgenkind

Doch bei aller Euphorie über volle Auftragsbücher fällt auf: Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich nur minimal von 13,6 auf 13,7 Prozent. Bei einem Umsatzwachstum von zwölf Prozent hätte man mehr erwarten können. Das bereinigte EBITDA stieg zwar auf 211 Millionen Euro, doch die Margensteigerung bleibt bescheiden. Die Anlaufkosten für das neue Logistikzentrum schwächen sich zwar ab, doch offenbar belasten Hochlaufkosten und Komplexität die Profitabilität.

Hensoldt AG hebt Prognose deutlich an

Immerhin: Für das Gesamtjahr zeigt sich das Management optimistischer. Die Prognose wurde angepasst, das Book-to-Bill-Verhältnis soll nun zwischen 1,6 und 1,9 liegen statt der zuvor erwarteten 1,2. Das bedeutet: Auf jeden Euro Umsatz kommen bis zu 1,90 Euro neue Aufträge. Diese Dynamik ist beeindruckend und unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage. Der Umsatz wurde auf etwa 2,5 Milliarden Euro konkretisiert, die bereinigte EBITDA-Marge soll 18 Prozent oder höher erreichen.

Hier wird es interessant. Hensoldt erwartet im vierten Quartal also eine deutliche Margensteigerung von derzeit 13,7 auf 18 Prozent für das Gesamtjahr. Das würde bedeuten, dass das Schlussquartal außergewöhnlich profitabel ausfallen muss. Möglich macht das vermutlich die Abwicklung größerer Projekte mit höherer Wertschöpfung. Der Anteil des Geschäfts mit geringer Marge ging bereits zurück. Kritisch bleibt der Free Cashflow mit minus 119 Millionen Euro, auch wenn sich dieser gegenüber dem Vorjahr verbesserte. Die massive Auftragsdynamik bindet offenbar erhebliches Kapital. Hensoldt profitiert zweifellos vom Rüstungsboom, doch die Herausforderung liegt nun darin, dieses Wachstum in nachhaltig höhere Margen zu übersetzen.

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Schlagwörter: DE000HAG0005FNHensoldt
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