Die Deutsche Rohstoff AG (ISIN: DE000A0XYG76) hat innerhalb weniger Tage gleich zwei relevante Nachrichten geliefert. Zum einen die vorläufigen Geschäftszahlen für 2025, die das Unternehmen am 10. März veröffentlichte, zum anderen eine Meldung vom heutigen Freitag über die Beschleunigung des laufenden Bohrprogramms. Beide Nachrichten zusammen zeichnen das Bild eines Unternehmens, das sich in einem schwierigeren Marktumfeld gut behauptet hat und nun offensiv in die Zukunft investiert.
Dass der Ölpreis 2025 deutlich unter dem Vorjahresniveau lag und der US-Dollar gegenüber dem Euro schwächer notierte, macht die vorgelegten Zahlen umso interessanter. Denn trotz dieser Gegenwindfaktoren konnte der Konzern seinen Umsatz mit 195,1 Millionen Euro sogar leicht über dem oberen Rand der eigenen Prognose von 170 bis 190 Millionen Euro platzieren.
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Solide, aber mit Luft nach oben
Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt naturgemäß nüchtern aus. Der Umsatz lag gut 17 Prozent unter dem Wert von 2024, das EBITDA sank von 167,6 auf 132,0 Millionen Euro, und auch der Konzerngewinn halbierte sich in etwa auf rund 28,9 Millionen Euro. Das klingt zunächst wenig erbaulich, erklärt sich aber weitgehend mit dem gesunkenen Ölpreis und Währungseffekten.
Was bleibt, ist ein positiver Free Cash Flow von rund 25 Millionen Euro sowie ein deutlich gestiegenes Liquiditätspolster von nun rund 65 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr nur knapp 20 Millionen Euro in der Kasse lagen. Das ist kein Zufall, sondern Resultat bewusster Kostendisziplin und einer Anleiheemission im Herbst 2025. Bemerkenswert ist zudem, dass das Unternehmen seine Öl- und Gasreserven trotz des verhaltenen Bohrjahres um stolze 46 Prozent steigern konnte. Das ist eine strategische Ansage.
Deutsche Rohstoff schaltet einen Gang höher
Genau an dieser Stelle setzt die zweite, aktuellere Meldung an. Die US-Tochter 1876 Resources fährt ihr Bohrprogramm für 2026 deutlich hoch. Nachdem bereits seit Ende Februar ein erstes Bohrgerät in Wyoming aktiv ist, kommt ab dem 16. März ein zweites hinzu. Bis zur Jahresmitte sollen so zehn Bohrungen in Betrieb gehen, und bei weiterhin höheren Ölpreisen könnten es am Jahresende mehr als 20 werden.
Das ist eine erhebliche Steigerung gegenüber den lediglich zehn Bohrungen des Jahres 2025. Besonders interessant ist dabei die Absicherungsstrategie. Mit einer Hedgingquote von aktuell unter 30 Prozent kann der Konzern bei zehn Bohrungen noch stärker von höheren Ölpreisen profitieren. CEO Jan-Philipp Weitz betont die Agilität der US-Organisation, die es erlaubt, kurzfristig auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren.
Was bleibt festzuhalten: Deutsche Rohstoff hat 2025 bewiesen, dass das Geschäftsmodell auch bei niedrigen Ölpreisen funktioniert. Für 2026 erscheint das Unternehmen mit seiner flexiblen Aufstellung und dem moderat ausgebauten Hedgebuch gut positioniert, um von der aktuellen Marktsituation zu profitieren. Wobei sicherlich auch die aktuelle Lage beim Ölpreis Rückenwind liefern dürfte. Anleger werden die weitere Entwicklung des Bohrprogramms und eine mögliche Anpassung der Jahresprognose genau im Blick behalten.









