Der Bremer Windkraft-Projektierer muss seine Anleger auf deutlich magerere Erträge einstimmen. Statt der erhofften 70 bis 90 Millionen Euro soll das Ergebnis 2025 nur noch zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen. Die Gründe liegen diesmal nicht in der Technik, sondern in behördlichen Mühlen und britischen Reformen.
Behörden bremsen Projektverkäufe aus
Die Energiekontor AG (ISIN: DE0005313506) hatte eigentlich große Pläne für 2025. Mehrere Windkraftprojekte in Deutschland und Großbritannien sollten an institutionelle Investoren veräußert werden und das Ergebnis kräftig nach oben treiben. Doch nun kommt es anders. Die Kaufverträge befinden sich zwar teils in fortgeschrittenen Verhandlungen, und auch die Prüfungen durch die potenziellen Käufer laufen. Aber die entscheidenden Vollzugsbedingungen werden sich verzögern.
In Deutschland sorgen behördliche Verzögerungen dafür, dass Einspruchs- und Widerspruchsfristen für wichtige Genehmigungen später auslaufen als geplant. Wer schon einmal mit deutschen Behörden zu tun hatte, kennt das Spiel. Nur dass es hier um Millionenbeträge geht, die nun erst 2026 in den Büchern stehen werden.
Britische Netzreform verschiebt Zeitplan
Parallel dazu macht die britische Grid Reform der Energiekontor einen Strich durch die Rechnung. Die Aktualisierung von Netzanschlusszusagen verzögert sich, und damit verschieben sich auch die geplanten Projektverkäufe ins kommende Jahr. Man könnte sagen: Der Brexit ist durch, aber die Bürokratie bleibt.
Energiekontor bleibt im Geschäft
Trotz der deutlichen Prognosesenkung steht das Unternehmen nicht vor einer Krise. Die Projekte sind weiterhin vorhanden, die Verhandlungen laufen, und die Erträge kommen – nur eben später. Für geduldige Anleger könnte das sogar eine Chance sein, denn die verschobenen Erlöse werden das Geschäftsjahr 2026 umso kräftiger ausfallen lassen. Die Frage ist nur, ob der Markt diese Verschiebung honoriert oder zunächst mit Kursabschlägen reagiert. Wer auf Windkraft als Zukunftsthema setzt, sollte langfristig denken. Kurzfristig dürfte die Aktie aber unter Druck geraten.







