Die Transformation schreitet voran. The Payments Group Holding (ISIN: DE000A1MMEV4) hat ihre Mittelfristplanung konkretisiert und zeigt dabei ein ungewöhnlich breites strategisches Spektrum. Das Unternehmen, das noch 2024 als German Startups Group firmierte, positioniert sich zunehmend als operative Holdinggesellschaft mit drei Säulen: dem klassischen PayTech-Geschäft, einem KI-Company-Builder und möglicherweise bald auch dem Stablecoin-Segment.
Diese Diversifikation birgt Chancen und Risiken zugleich. Einerseits streut das Management sein unternehmerisches Risiko über verschiedene Zukunftsmärkte. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Ressourcen ausreichen, um in allen drei Bereichen gleichzeitig erfolgreich zu agieren. Die nun vorgelegten Zahlen zeigen jedenfalls erhebliche Ambitionen.
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Transaktionsvolumen soll um Faktor zehn bis zwanzig steigen
Das Herzstück der Prognose bildet die geplante Akquisition von 75 Prozent an den The Payments Group-Gesellschaften, deren Closing für 2025 erwartet wird. Hier plant das Management mit einem dramatischen Wachstumssprung beim Transaktionsvolumen: von 80 Millionen Euro in 2024 auf 800 Millionen bis 1,9 Milliarden Euro in 2028. Diese Spanne ist bemerkenswert breit und deutet auf erhebliche Planungsunsicherheiten hin. Treiber soll die im August erhaltene E-Geld-Lizenz sein, die europaweit innovative Zahlungsdienste ermöglicht. Der Umsatz soll sich im gleichen Zeitraum verdrei- bis verfünffachen, während das EBITDA des Gesamtkonzerns auf 5 bis 12 Millionen Euro klettern soll.
Interessant ist dabei die Annahme des Managements, dass die Holding selbst keinen negativen EBITDA-Beitrag leistet. Dies setzt voraus, dass das Heritage-VC-Portfolio und die neuen KI-Aktivitäten mindestens die Overheadkosten decken. Diese Prämisse erscheint optimistisch, da Company-Builder typischerweise zunächst Investitionskapital binden, bevor sie Erträge abwerfen.
KI-Engagement nimmt konkrete Formen an
Mit Cognicare AI wurde bereits das erste Venture aus dem Softmax-AI-Inkubator ausgegründet. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Assistenzsysteme für Pflegeeinrichtungen und befindet sich bereits im Pilotbetrieb. Der adressierbare Markt von 11.000 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland ist substanziell, und das Interesse ohne aktives Marketing deutet auf einen echten Bedarf hin. Dennoch bleibt abzuwarten, wie schnell sich das Geschäftsmodell skalieren lässt und welche Investitionen noch erforderlich sind. Mit Inspectos und Jobklar stehen weitere Ausgründungen in der Pipeline.
The Payments Group Holding als Wette auf Fintech-Zukunft
Die Strategie ist ambitioniert und diversifiziert. Sollte das in Prüfung befindliche Stablecoin-Geschäft tatsächlich realisiert werden, könnte dies das EBITDA ab 2027 signifikant prägen, so das Management. Für Anleger ergibt sich ein komplexes Bild: Das Unternehmen setzt auf mehrere Zukunftsmärkte gleichzeitig und könnte von verschiedenen Trends profitieren. Gleichzeitig bleiben die Prognosen in weiten Bandbreiten und setzen mehrere Erfolgsfaktoren voraus. Die breite Streuung mindert zwar Einzelrisiken, bindet aber auch Management-Kapazitäten. Entscheidend wird sein, ob das Closing der PayTech-Akquisition wie geplant erfolgt und ob die KI-Ventures tatsächlich profitabel skalieren können.








